Eine Umfrage zeigt, dass die jüngere Generation offener für Krypto-Investitionen ist: Ein Grund dafür ist der Mangel an Alternativen.

Bis 2017 waren Krypto-Währungen eher ein Nerd-Nischen-Phänomen als ein tatsächliches Investitionsprodukt. Das änderte sich in der zweiten Hälfte des Jahres 2017, als Bitcoin in die Höhe schnellte und im Dezember 2017 mit fast 20.000 Dollar sein Allzeithoch erreichte. Der Absturz kam prompt, gefolgt von einem langen Krypto-Winter, in dem die Preise seitwärts gehandelt wurden. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Anlageklasse als eine Modeerscheinung, ein Betrug, ohne jeden wirtschaftlichen Wert abgetan.

In den letzten zwei Jahren hat sich der Markt erheblich verändert. Bitcoin ist gegenüber seinem Tiefststand von 2018 um 200% gestiegen und hat die 10.000-Dollar-Marke durchbrochen. Viel wichtiger als der tatsächliche Preis ist jedoch, wie sich die Wahrnehmung von Krypto-Vermögenswerten verändert hat.

Bitcoin gibt es nun seit etwa 11 Jahren und befindet sich in einer guten Position. Die Anlage hat im Laufe der Jahre ihren gerechten Anteil an Höhen und Tiefen erlebt, aber sie hat überlebt – mehr als das, sie hat seit ihrer Gründung mehr als 9.000.000 % Rendite erwirtschaftet. Die Anleger hatten mehr als genug Zeit, um das Aufkommen der neuen Anlageklasse zu beobachten, und sie gewinnen immer mehr Vertrauen in ihre langfristigen Wachstumsaussichten.

Umfrage sagt: 13% der jungen Schweizer erwägen Krypto-Investitionen

13% der jungen Schweizer denken, dass Kryptos in Zukunft wichtiger werden, so eine Umfrage der Zürcher Migros Bank, die das Sparverhalten verschiedener Altersgruppen analysiert hat. Die Daten zeigen, dass es gar nicht mehr so ungewöhnlich ist, dass Menschen Werte in Kryptogeldanlagen speichern.

7% der Befragten in zwei Altersgruppen, 18 bis 29 und 30 bis 55 Jahre alt, besitzen Krypto-Assets. Von der jüngeren Altersgruppe gaben 13% an, dass sie in Zukunft in Krypto-Währung investieren wollen, im Vergleich zu 7% in der zweiten Gruppe. Ältere Investoren sind pessimistischer: Von den über 55-Jährigen erwarten nur 0,5%, dass die Krypto-Währungen langfristig deutlich steigen und wachsen werden. Aber selbst in dieser Altersgruppe besitzt derzeit jeder 100. einen digitalen Vermögenswert.

Ersparnisse decken die Inflation nicht mehr ab

Die Schweizer sind Sparer: 90% der Bevölkerung spart regelmässig Geld, die meisten legen bis zu 1’000 Franken pro Monat zurück. Investieren ist jedoch nicht so beliebt: Die Mehrheit der 18- bis 29-Jährigen bewahrt ihr Geld auch langfristig auf ihren Sparkonten auf. Ein Drittel der Befragten bewahrt sogar mehr als 70% ihres Geldes auf diesem Konto auf.

Ihr Problem: Im heutigen Marktumfeld sind die Zinsen auf Sparkonten so niedrig, dass sie nicht einmal die Inflation abdecken. Die Sparer verlieren Geld.

Die Jüngeren nennen zwei Gründe, warum sie nicht auf Finanzmarktanlagen umsteigen: Erstens sind sie nicht damit vertraut (52%), und zweitens ist der Umfang des Vermögens, das sie beiseite legen können, zu gering (48%).

Krypto-Investitionen sind jedoch weder kapitalintensiv noch besonders komplex. Deshalb erwägen jüngere Menschen Krypto-Investitionen als eine praktikable Option. Ausserdem verstehen sie die Technologie, und viele glauben, dass sich das derzeitige Währungssystem im Laufe ihres Lebens ändern muss. Krypto könnte eine Alternative bieten.

Darüber hinaus hatte Bitcoin in den letzten fünf Jahren eine bessere risikobereinigte Rendite als andere Anlageklassen. Die Anleger gehen ein höheres Risiko ein, werden aber mit einer deutlich höheren Rendite entschädigt. Jüngere Investoren sind eher bereit, dieses Risiko zu akzeptieren, was Kryptos vergleichsweise attraktiver macht.

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