Unternehmen aus Liechtenstein und der Schweiz prüfen Chancen in Südostasien – dem am schnellsten wachsenden Blockchain-Markt der Welt. Sygnum und die Crypto Finance AG sind die jüngsten Beispiele.

China stand die letzten Wochen im Mittelpunkt der Blockchain und Krypto-Nachrichten. Nachdem Präsident Xi Jinping Ende Oktober angekündigt hatte, dass sein Land den Aufbau einer Blockchain-Infrastruktur unterstützen und sogar ein eigenes Blockchain-Gesetz einführen werde, sind die Preise für Bitcoin gestiegen. Am selben Tag der Ankündigung stieg Bitcoin um 22%, ein massives Comeback, nachdem es zwei Tage zuvor nur um 8% gefallen war.

Ironischerweise war Xis Ankündigung nicht einmal dazu gedacht, Bitcoin-positiv zu sein. Er sprach über die Blockchain-Technologie, und China ist seit langem ein Unterstützer der Erzählung „Blockchain, nicht Bitcoin“. Und es ist unwahrscheinlich, dass sich das in naher Zukunft ändern wird. China steht kurz davor, seine eigene staatlich abgesicherte digitale Währung einzuführen, und die Regierung hat kein Interesse daran, frei schwebende digitale Währungen zu unterstützen, die ausserhalb ihres Einflussbereichs liegen.

Aber Asien ist viel grösser als nur China. Auch einige seiner südlichen Nachbarn interessieren sich zunehmend für die Blockchain-Technologie. Südostasien ist bereits heute einer der am schnellsten wachsenden Blockchainmärkte der Welt. Das bringt Chancen, und liechtensteinische und schweizerische Unternehmen interessieren sich dafür.

Sygnum hat eine Lizenz für Kapitalmarktdienstleistungen (CMS) in Singapur erhalten.

Die Zürcher Krypto-Bank Sygnum erhielt letzte Woche eine Lizenz für Kapitalmarktdienstleistungen (CMS) im Bereich Asset Management in Singapur. Die Gesellschaft hat kürzlich ihre Bank- und Effektenhändlerbewilligung von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) erhalten. Mit der neuen CMS-Lizenz kann Sygnum Asset Management-Aktivitäten in Singapur durchführen, wo es sich auf digitale Anlagestrategien für institutionelle Investoren konzentrieren wird.

Sygnum-Mitbegründer und CEO Singapur Mathias Imbach sagte: „Unser Doppelstandort – in Singapur und der Schweiz – ist einer der Eckpfeiler unserer Strategie. Dies spiegelt sich in Team, Beirat, Vorstand und Investorenbasis wider. Alle waren massgeblich an unseren bisherigen Erfolgen in beiden Ländern beteiligt.“

Crypto Finance Group expandiert nach Asien

Letzte Woche kündigte die Crypto Finance Group den Markteintritt in Asien und die Eröffnung eines Büros in Hongkong an. Laut Pressemitteilung wird das in der Schweiz ansässige Unternehmen „die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen rund um den digitalen Vermögenswert von einem Büro in Hongkong aus bedienen. Asiatische Kunden haben sich einen Ruf als eifrige Händler erworben und sind daher wichtige Wachstumstreiber im globalen digitalen Token- und Münzboom.“

Swiss Asian Crypto Alliance (SACA) organisiert Blockchain Finance Konferenz in Korea

„Digital Transformation of Financial Sectors in Switzerland“ ist das Thema der Veranstaltung, die heute in Seoul stattfinden wird. Die Idee hinter SACA ist es, ein Netzwerk von Blockchain- und Kryptounternehmen zwischen der Schweiz und Asien zu lancieren. Der Verband hat seinen Sitz in Zug und vereint Unternehmen und Fachleute aus der Schweiz, Liechtenstein und Südkorea. Im Jahr 2020 werden auch Hongkong, Singapur und Japan in die Liste aufgenommen.

Das sind nur drei aktuelle Schlagzeilen, und es gibt eine Reihe weiterer liechtensteinischer und schweizerischer Unternehmen, die in Südostasien tätig sind. Und viele andere sind auf der Suche nach Möglichkeiten. Das Singapore Fintech Festival 2019 beginnt am kommenden Montag und umfasst einen Schweizer Pavillon mit 20 Fintech-, Finanz- und Technologieunternehmen aus der Schweiz und Liechtenstein. Für Blockchain-Unternehmen, die nach internationalen Möglichkeiten suchen, könnte Südostasien der richtige Ort sein.

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