Die Bafin hat ein weiteres STO genehmigt: StartMark’s Venture Capital Token. Die digitale Anleihebeteiligung ermöglicht es Investoren, an den Gewinnen eines diversifizierten Startup-Assetpools zu partizipieren.

Die deutsche Finanzmarktaufsicht Bafin hat StartMarks 50 Millionen Euro Security Token Offering (STO) genehmigt. Der Prospekt wurde am 15. Juli genehmigt und das STO startete Anfang August.

StartMark ähnelt einem Venture-Capital-Fonds und wird in eine Vielzahl vielversprechender Startups investieren. Geschäftsführer Ralf Heine hält das Potenzial für eine Anschubfinanzierung in Deutschland für enorm und wird sich zunächst auf das Land Nordrhein-Westfalen konzentrieren, in dem sich sein Heimatstandort befindet. Heine glaubt, dass es Möglichkeiten in den Bereichen Fintech, Foodtech und E-Commerce gibt.

Er sagt: „Professionell in neue Geschäftsideen zu investieren, war bisher nur sehr wenigen Großanlegern vorbehalten. Man kann hier und da Geld in ein einziges Start-up über Crowd-Investing-Geld investieren, aber es besteht die Notwendigkeit einer Risikodiversifizierung.“

Mit dem StartMark-Token erwirbt der Investor eine Beteiligung an einer digitalen Anleihe und kann am Gewinn des zugrunde liegenden Risikokapitalportfolios partizipieren. „Wir bieten eine moderne Form der Crowd-Investition“, sagt Heine. „Aber nicht bei Einzelinvestitionen, sondern bei einem Pool von Start-ups.“

Bafin-Prozess langwierig und mühsam; 17 Seiten mit Fragen und Kommentaren

Die Genehmigung eines STO-Prospekts in Deutschland ist kein einfaches Unterfangen. In einem kürzlich veröffentlichten Blogbeitrag teilte das Unternehmen seine Reise mit:

 „Es begann alles, als wir unser Whitepaper bei der BaFin eingereicht haben. Das war eine Art Vorversuch für das Geschäftsmodell. Danach begann die eigentliche Arbeit am Wertpapierprospekt. Rechtliche und technische Präzisionsarbeit war notwendig, um den von der BaFin bereitgestellten inhaltlichen Rahmen mit Fakten zu füllen.

Mehrere Monate vergingen bis zum ersten Upload des Entwurfs bei der BaFin, mit zahlreichen Gesprächsrunden mit jeweils einem Dutzend Mitarbeitern und externen Beratern. Um zu zeigen, wie gründlich die BaFin ist, hat die Aufsichtsbehörde erstmals auf den 77-seitigen Prospektentwurf reagiert: Es gab 17 Seiten mit Fragen und Kommentaren zurück. “

In Anbetracht der Geschichte der ICOs und des Fehlens klarer Regelungen für digitale Wertpapiere braucht der Genehmigungsprozess Zeit. Auch andere in Deutschland ansässige STOs wie Bitbond oder Fundament haben einen langen und langwierigen Prozess gemeldet.

StartMark prognostiziert eine jährliche Rendite von 10% bis 20%, aber keine Angaben zu seinem Portfolio

Der Token von StartMark ist eine digitale Anleiheaktie mit einer Laufzeit von 15 Jahren. Das Unternehmen prognostiziert eine jährliche Rendite von 10% bis 20% und eine Verdreifachung des Token-Wertes über die gesamte Lebensdauer.

Der Ausgabepreis beträgt 1 € pro Token. Es wird drei Verkaufsrunden geben:

– In der ersten Runde, die bis zum 30. September dauert, müssen Investoren mindestens 1000 StartMark-Token kaufen und erhalten einen Rabatt von 30%.

– In der zweiten Runde, vom 1. Oktober bis 30. November, können Käufer mindestens 500 Token mit einem Rabatt von 10% erwerben.

– Die dritte Runde beginnt am 1. Dezember und jeder kann mit mindestens 100 Euro teilnehmen.

In der ersten Runde können Investoren maximal 1 Million Token kaufen, in der zweiten Runde sind es maximal 2 Millionen Token.

StartMark hat bisher keine Details zu seinem Portfolio bekannt gegeben. Laut einem aktuellen Artikel in der WirtschaftsWoche Gründer baut StartMark sein Portfolio weiter aus und verhandelt derzeit mit drei Startups aus den Bereichen Lebensmittelindustrie, Handel und Logistik.

Venture Captial-Investitionen sind ein riskantes Geschäft. Auch wenn das StartMarks-Portfolio diversifiziert wird, besteht für Investoren immer noch das Risiko eines Totalverlustes. Investoren werden wissen wollen, wohin genau das Geld fließt.Bild: ©Shutterstock