Die Bank Frick veröffentlichte einen Blogartikel über Sicherheitsvorfälle in den letzten sieben Jahren zwischen Krypto-Börsen. Ihr Hauptergebnis: Die Branche ist sicherer geworden.

Mit der Entwicklung der Kryptoindustrie werden auch die Sicherheitsstandards immer besser. Letzte Woche veröffentlichte die Bank Frick einen neuen Blog-Post, der Missverständnisse über Sicherheitsfragen im digitalen Währungsraum aufklärt.

Die Ergebnisse des Berichts zeigen, dass, obwohl Exchange-Hacks recht häufig in die Schlagzeilen geraten und die gestohlenen Beträge in der Regel nicht gering sind, sich die Sicherheit in den letzten Jahren verbessert hat. Der Blogbeitrag der Bank Frick zeigt auch, dass das Problem weitaus weniger schwerwiegend ist, als von den Medien behauptet.

Die Analysten der Bank Frick untersuchten eine Reihe verschiedener Datensätze. Die meisten dieser Daten sind im Internet öffentlich zugänglich und decken den Zeitraum von 2011 bis 2018 ab. Die Bank Frick gibt zu, dass die Daten unvollständig sein könnten, da nicht alle Vorfälle gemeldet werden, aber die Daten sind robust genug, um die Trends zu zeigen.

Weniger als 2 Prozent der Börsen sind von Sicherheitsvorfällen betroffen

Der Blogbeitrag zeigt, dass die Gesamtzahl der Vorfälle, die analog zum steigenden BTC-Preis durchgeführt werden, in den letzten Jahren zwar zugenommen hat, das Problem aber deutlich geringer geworden ist.

Die Mehrheit der Sicherheitsverletzungen findet an digitalen Börsen statt, und die Zahl der Börsen hat sich in den letzten sieben Jahren stark erhöht. Während die Zahl der Vorfälle zugenommen hat, ist das Verhältnis der betroffenen Börsen deutlich gesunken. Im Jahr 2011 waren 25 Prozent der Börsen von einem Sicherheitsvorfall betroffen; im Jahr 2018 ist die Quote auf zwei Prozent gesunken.

Quelle: Bank Frick Blog – Incidents / Exchanges

Die Anzahl der gestohlenen Bitcoins hat mit der Zeit abgenommen

Eine weitere Zahl, die Medien gerne präsentieren, sind die im Fiat gemessenen Gesamtverluste. Dieser Betrag ist im Laufe der Zeit gewachsen, was angesichts der Preissteigerungen von Kryptowährungen in den letzten Jahren nicht verwunderlich ist.

Ein verlorener Bitcoin im Jahr 2011 war $1 wert, aber ein verlorener Bitcoin im Jahr 2018 ist $10.000 wert – natürlich stieg der Wert der gestohlenen Bitcoins, gemessen in Fiat, an. Die Verluste in Bezug auf Bitcoin haben sich jedoch im Laufe der Zeit verringert.

Quelle: Bank Frick Blog – Amount lost across in BTC

Die Kryptoindustrie ist deutlich sicherer geworden

Die Daten zeigen, dass die Branche insgesamt sicherer geworden ist, und Sicherheitsvorfälle sind auf eine geringe Anzahl von Börsen beschränkt. Laut dem Blog-Post der Bank Frick wurde bisher noch keine Bank kompromittiert, und es gab nur zwei Vorfälle, bei denen ein Cold Storage betroffen war.

Auch die Vorschriften ändern sich, und die Depotbanken müssen höhere Sicherheitsstandards erfüllen. Erst kürzlich hat die Bundesregierung beschlossen, im Jahr 2020 neue Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäsche einzuführen. Ab dem nächsten Jahr benötigen kryptowährungsbezogene Unternehmen wie digitale Börsen, Depotbanken und Wallet-Anbieter eine von der Bafin ausgestellte Lizenz.

Die weitere Professionalisierung der Branche und das Aufkommen von institutionellen Custody-Anbietern wird zu einem noch höheren Sicherheitsniveau führen.

Aber schliesslich liegt ein Teil der Verantwortung auch beim Anwender. Wo es um Geld geht, besteht immer die Gefahr des Diebstahls. Das ist in der Kryptoindustrie der Fall, und im traditionellen Bankwesen ist es nicht anders. Daher müssen die Benutzer sicherstellen, dass sie nur mit regulierten Börsen arbeiten, die über strenge Compliance- und Sicherheitsmassnahmen verfügen und mit erfahrenen Custody-Anbietern zusammenarbeiten.

Die Idee, dass Krypto von Natur aus gefährlicher ist als herkömmliches Bankwesen, ist jedoch ein Medienmonster und nicht mit den Daten vereinbar.

Bild: ©Bank Frick