Net1 erwarb 70 Prozent der Anteile an der liechtensteinischen Bank Frick. Die Übernahme ist ein Meilenstein im europäischen Expansionsplan von Net1 und eine Gelegenheit, sein Fintech-Angebot mit Produkten und Dienstleistungen im Bereich Blockchain und Krypto auszubauen.

Net1 ist kein Fremder bei der Bank Frick. Das südafrikanische Technologieunternehmen hatte Ende 2016 eine Minderheitsbeteiligung an der Bank erworben. Wie kürzlich angekündigt, hat sie nun eine Option zum Kauf von Aktien im Wert von 46 Millionen Franken (46 Millionen US-Dollar) ausgeübt, um eine 70-prozentige Mehrheitsbeteiligung an der Bank zu übernehmen. Die Transaktion steht zu diesem Zeitpunkt noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der liechtensteinischen Finanzmarktaufsicht und wird voraussichtlich im März 2020 abgeschlossen.

30 Prozent verbleiben bei der Kuno Frick Stiftung. Sowohl Mario als auch Roland Frick werden ihre Sitze im Vorstand behalten und das von Edi Wögerer geführte Führungsteam wird ebenfalls bleiben.

Mario Frick sagte: „Mit der Kombination von Bank Frick und Net1 werden wir in der Lage sein, unsere bestehenden Geschäftsfelder zu stärken, unsere Fintech-Strategie voranzutreiben, neue digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln und europaweit einzuführen. Zusammen bringen wir die Zuverlässigkeit des klassischen Bankensystems mit den neuen Möglichkeiten der Digitalisierung und der Blockchain-Technologie.“

Net1 plant, sein Angebot an Finanzprodukten zu erweitern

Net1 ist ein Spezialist für Zahlungssysteme mit Sitz in Johannesburg, Südafrika. Das Unternehmen ist ein führender Anbieter von Transaktionsabwicklungsdienstleistungen, Produkten und Dienstleistungen im Bereich der finanziellen Integration sowie von sicheren Zahlungstechnologien. Das Unternehmen ist in Südafrika und der Republik Korea tätig und verfügt über eine Primärnotierung an der NASDAQ (NasdaqGS: UEPS) sowie eine Sekundärnotierung an der Johannesburger Börse (JSE: NT1).

Neben der Bank Frick hält Net1 auch eine 26-prozentige Beteiligung an der Finbond Group Limited oder „Finbond“, einem südafrikanischen Unternehmen, das über eine Zulassung als Investmentbanker in Südafrika verfügt und bestimmte staatliche Kreditgeber in den USA besitzt. Mit seinen strategischen Beteiligungen an Banken will Net1 eine grössere Bandbreite an Finanzprodukten und -technologien einführen.

Erwerb eines Sprungbrettes für den Eintritt in den europäischen Markt

Die Beteiligung an der Bank Frick gilt als Sprungbrett für den Eintritt in den europäischen Markt. Herman Kotzé, CEO von Net1, sagt: „Die Bank Frick ist der Eckpfeiler unserer europäischen Strategie, umfassende Finanztechnologie und Bankdienstleistungen für KMU in der Region anzubieten“.

Neben geografischen Aspekten will Net1 auch die Fintech-Expertise der Bank Frick nutzen, insbesondere bei Blockchain- und Krypto-Produkten. Das wird ein Grund dafür sein, dass sie sich dafür entschieden hat, das derzeitige Führungsteam nicht zu ändern, das die Bank in den letzten Jahren zu einem bedeutenden Akteur in der europäischen Blockchain-Industrie gemacht hat.

„Das starke Tier-1-Kapital der Bank von CHF 90 Millionen, die Mitgliedschaft bei Visa und MasterCard, die europaweite Universalbanklizenz und die anerkannte Führungsrolle bei Bankdienstleistungen, insbesondere im Bereich der virtuellen Finanzanlagen / Kryptoindustrie, werden die Breite, den Umfang und die Geschwindigkeit der ergänzenden Angebote von Net1 und dem Fintech-Geschäft der Bank Frick deutlich erhöhen“, sagte Kotzé. Net1 erwartet, dass sich die Akquisition bis 2021 auszahlen wird.

Die jüngste Entwicklung bei einer Reihe von ausländischen Buyouts

Die Bank Frick folgt mehreren anderen in Liechtenstein ansässigen Banken, die in den letzten Jahren Beteiligungen an ausländische Käufer verkauft haben. Die Raiffeisen Privatbank Liechtenstein wurde 2017 an die Hongkonger Mason Group verkauft. Die in Hongkong ansässigen Unternehmen Citychamp Watch and Jewellery Group kauften 2016 die Valartis Bank Liechtenstein, und der schweizerisch-iranische Geschäftsmann Yousef Sherkati kontrolliert die Alpinum Bank.

Die Mitgliedschaft Liechtensteins im Europäischen Wirtschaftsraum macht die in Liechtenstein ansässigen Banken für ausländische Käufer attraktiv. Der Standort bietet Marktzugang zum europäischen Kontinent, so dass Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen in der gesamten EU vertreiben können.

Bild: ©BankFrick