Das World Bee Project will mit Hilfe von Blockchain die globale Bienenpopulation schützen. Die Initiative zielt auf eine Blockchain-basierte Lösung zur Verfolgung der Honiglieferkette und den Blockchain-basierten Datenaustausch für Forscher ab.

Bienen sind für unseren Planeten viel wichtiger, als die meisten Menschen wissen:

  • 87% der weltweit blühenden Pflanzenarten hängen von der Bestäubung ab,
  • 1,4 Milliarden Menschen weltweit sind auf Bestäuber angewiesen,
  • 77% der Welternährung hängen von Bestäubern ab,
  • Die jährliche Landwirtschaft im Wert von bis zu 600 Milliarden Dollar ist durch den Verlust von Bestäubern gefährdet.

Diese Zahlen sind Schätzungen der von den Vereinten Nationen unterstützten Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES).

Lange Rede kurzer Sinn: Wir brauchen Bienen. Und das nicht nur, weil wir Honig zum Frühstück genießen wollen, sondern weil Bienen für das globale Ökosystem entscheidend sind.

Aus diesem Grund wurde das World Bee Project (WBP) ins Leben gerufen, eine globale Initiative zur Überwachung von Honigbienen, die innovative Strategien entwickelt, um Landwirten auf der ganzen Welt beim Management von Bienen- und Bestäuberlebensräumen zu helfen. Das WBP ist nun eine Partnerschaft mit Oracle eingegangen, um Technologien zu nutzen, die bei der Erfüllung der Mission helfen. Eine dieser Technologien ist die Blockchain.

Das BeeMark: Blockchain-basierte Verfolgung der Honiglieferkette

WBP und Oracle arbeiten an einer Blockchain-basierten Supply-Chain-Tracking-Lösung für Honig. Honig in den Supermarktregalen sollte ein „BeeMark“-Label erhalten, das belegt, dass er unter umweltfreundlichen Bedingungen hergestellt wurde.

Blockchain-basierte Lebensmitteletiketten sind keine neue Idee. Bumble Bee Foods zum Beispiel nutzt die Cloud-basierte Blockchain-Plattform von SAP, um die Lieferkette von Yellowfin-Thunfisch von Indonesien bis in die USA zu verfolgen. Thunfischdosen zeigen einen QR-Code an, den Verbraucher scannen und auf eine Blockchain-basierte Datenbank zugreifen können.

Ebenso entwickeln Oracle und WBP eine Lösung, die Honig durch Informationen, die in einer Blockchain gespeichert sind, als echt zertifiziert. Es läuft auf der Oracle Blockchain-Plattform und kennzeichnet Änderungen an Honig entlang der Lieferkette.

KI-basierte Bienenstocküberwachung und Blockchain-basierter Forschungsdatenaustausch

Neben dem Qualitätslabel planen Oracle und WBP auch die Verwendung von Blockchain zur Überwachung von Bienenstöcken und die Lieferung von aktuellem Wissen direkt an die Hunderte von Millionen von Kleinbauern auf der ganzen Welt.

WBP nutzt bereits KI und Sensorsysteme, um Einblicke in das Innenleben von Bienenstöcken zu gewinnen. In Zukunft wird Blockchain das Projekt unterstützen, indem es die Forschungszusammenarbeit erleichtert.

Dale Gibson, Gründer von Bermondsey Street Bees in London, kommentiert: „Das World Bee Project hat globale Ambitionen, befasst sich aber mit Fragen und Möglichkeiten auf lokaler Ebene. Wir sind Imker aus London, die nachhaltig arbeiten und eigene Bienenstöcke sowohl auf dem Land als auch in der Stadt besitzen. Wir sind begeistert von der Idee, unsere Daten und unser Wissen mit dem World Bee Project zu teilen.“

Supply Chain Tracking kommt Verbrauchern und Unternehmen zugute

Die Verfolgung der Lebensmittelversorgungskette ist einer der vielversprechendsten Anwendungsfälle der Blockchain-Technologie. Erst kürzlich hat sich der Lebensmitteleinzelhandelsriese Nestle mit der Blockchain-Plattform OpenSC zusammengetan, um ein Supply-Chain-Tracking-Projekt zu starten. Walmart hat eine Partnerschaft mit VeChain angekündigt, um Lebensmittel über die Thor-Blockchain zu verfolgen.

Mehr Transparenz wird nicht nur für die Verbraucher, sondern auch für die Hersteller einen Mehrwert schaffen. Lebensmittelkennzeichnungen bieten ihnen die Möglichkeit, die Qualität ihrer Produkte nachzuweisen. Sie wird Unternehmen auch bei der Beantragung von Genehmigungen unterstützen und die Effizienz ihrer Lieferkette verbessern.

Bei den Initiativen der WBP geht es weder um Verbraucher noch um Unternehmen. Es geht um Bienen. Aber letztendlich werden alle Beteiligten entlang der gesamten Lieferkette von mehr Transparenz profitieren.

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