Als sechstkleinstes Land der Welt gilt Liechtenstein neben Zug und Malta als eines der Blockchain-Nester Europas. Das Land hat sich international einen guten Ruf für die Schaffung eines unterstützenden Blockchain-Ökosystems erworben und beherbergt einen grossen Teil der europäischen Blockchainindustrie und viele Privatbanken.

Liechtensteiner Wirtschaft

Liechtenstein ist Teil des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), aber nicht Mitglied der Europäischen Union. Darüber hinaus verfügt Liechtenstein auch über einen Zoll- und Währungsabkommen mit der Schweiz. Das bedeutet, dass die hier ansässigen Unternehmen einen einfachen Zugang zum europäischen Markt haben, aber weder an EU-Regierungsstellen berichten noch alle EU-Vorschriften einhalten müssen.

Dennoch gelten die meisten EU-Finanzmarktvorschriften weiterhin für die EWR-Mitgliedsstaaten. Die liechtensteinischen Finanzinstitute müssen daher fast die gleichen gesetzlichen Anforderungen und Standards erfüllen wie jedes Finanzinstitut mit Sitz in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union. Dies trägt zur Vertrauenswürdigkeit Liechtensteins bei und erleichtert die Anbindung an die europäischen Märkte. Erst kürzlich wurde Liechtenstein von der EU-Liste der „Grauen Staaten“ der Steueroasen gestrichen, was zeigt, dass Liechtenstein die wichtigsten EU-Vorschriften erfüllt.

Liechtenstein wird allgemein als wirtschaftsfreundliche Nation angesehen. Sie hat ein AAA-Rating von Standard and Poor’s und einen hervorragenden Ruf als angesehener und seriöser Geschäftssitz.

Liechtensteins Token und TT-Dienstleistergesetz (TVTG)

Seit letztem Jahr arbeitet Liechtenstein an einem Entwurf für ein Blockchain-Gesetz, das im nächsten Jahr in Kraft treten wird. Dieses Blockchain-Gesetz, auch TVTG oder Token und TT-Dienstleistergesetz genannt, schafft Rechtssicherheit für eine Tokenökonomie. Das ist insofern reizvoll, als mangelnde Regulierung die Tür für Betrug und Missbrauch der Blockchain-Technologie öffnet. Liechtenstein arbeitet eng mit der FMA (Regulierungsstelle) und der Regierung zusammen, um ein kryptofreundliches Umfeld zu schaffen und Unternehmen bei der Ansiedlung im Land zu unterstützen. Das liechtensteinische Blockchain-Gesetz zielt daher darauf ab, Rechtssicherheit zu schaffen. Wenn das wie vorgesehen funktioniert, könnte sich die Blockchain in den Mainstream bewegen.

Schon heute entsteht ein ganzes Blockchain-Ökosystem. Spezialisierte Anwaltskanzleien, Berater und andere Drittanbieter sind nach Liechtenstein gezogen. Erst kürzlich erhielt Liechtenstein am Crypto Challenge Forum in London die Auszeichnung „Blockchain Ecosystem of the Year 2018“.

Liechtensteins Blockchain-Ökosystem

Liechtenstein hat viele verschiedene Ökosysteme aufgebaut, die zusammenwirken. Hier ein paar Beispiele

  • Finanzen: Bank Frick, Union Bank, …
  • Recht: Nägele Rechtsanwälte, Niedermüller Rechtsanwälte, …
  • Steuern: Actus AG Steuerberater, …
  • Institutionen: Universität Liechtenstein, …
  • Regulator: FMA
  • Kontaktzentrum: House of Blockchain, …
  • Exchanges: Area21Invest, LCX, Light47 Exchange, …
  • Anbieter von Blockchain- und Krypto-Lösungen: Aeternity, TenX, Weeve, Light47, …
  • Events: Technopark, Fintech.li, Blockchain Meetup Liechtenstein, …
  • Mitgliedschaften: CCA, ITCC
  • Unterstützer: ICO.li, Ganten Gruppe, …

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