Matrix Charging ermöglicht es Elektrofahrzeugen, Zahlungen automatisch und ohne menschliche Interaktion zu laden und durchzuführen; ein Anwendungsfall, der besonders für autonome Autos relevant werden könnte.

Die Mission Innovation Austria Week ist eine Plattform für österreichische und internationale Unternehmen, um Technologien zu demonstrieren, die Lösungen für die aktuellen und zukünftigen energiepolitischen Herausforderungen bieten. Unter den verschiedenen Produkten und Ideen ist uns besonders eines aufgefallen.

lab10 collective, act4.energy und Easelink führten ein vollautomatisches leitfähiges Lade- und Zahlungssystem für Elektroautos ein, das die Blockchain-Technologie nutzt. Das Konzept heißt „Matrix Charging“. Laut einem Sprecher der Partnerschaft handelt es sich nicht um einen Proof-of-Concept oder ein Whitepaper, sondern um einen „vollwertigen, funktionsfähigen Prototyp zur Serienreife“.

Autos können durch den Einsatz von dezentralen ID- und Blockchain-Zahlungen Gebühren erheben und bezahlen

Begrenzte Akkulaufzeit, fehlende Ladestationen und lange Ladezeiten sind Hindernisse für die Entwicklung von Elektroautos. Es gibt viele Möglichkeiten, das Problem anzugehen, wie z.B. Plug-in- und drahtloses Laden, ein- oder dreiphasiges AC- und DC-Laden über verschiedene Steckverbinderstandards, Autorisierung über Karte, App oder einfach per Verbindung.

Autos mit Matrix-Ladesystemen können automatisch aufladen, wenn sie über einem Matrix-Ladepad geparkt werden. Das Auto parkt einfach auf der Ladestation. Nach einem Systemcheck und einem Authentifizierungsprozess verbindet sich das Fahrzeug automatisch drahtlos mit der Ladestation.

Sobald das Fahrzeug vollständig aufgeladen ist, wird die Zahlung automatisch von der digitalen Brieftasche des Fahrzeughalters abgezogen. Daher bietet lab10 collective einen sicheren Zahlungsdienst und ein Identitätsüberprüfungssystem auf Basis der Blockchain-Technologie. Der gesamte Lade- und Bezahlvorgang erfolgt ohne weitere Maßnahmen des Fahrers durch den Einsatz von dezentraler ID und Zahlungen über die Blockchain, so dass kein Zahlungsdienstleister wie Visa erforderlich ist.

Thomas Zeinzinger, Präsident und Mitbegründer von lab10 collective, sagt: „Wir haben gesehen, dass die größte Hürde heute die schlechte Benutzererfahrung mit komplizierten, langwierigen und teuren Verfahren ist, um ein Elektrofahrzeug aufzuladen“.

„Unsere Blockchain-basierte Lösung zusammen mit dem Minerva Wallet und Easelink’s Matrix Charging zeigt, wie nahtlos der Übergang zur E-Mobilität sein kann. Diese und ähnliche Lösungen, an denen wir arbeiten, werden dazu beitragen, den Energiewechsel zu erneuerbaren Energien zu beschleunigen und damit unsere Vision einer kohlenstofffreien Gesellschaft“, sagt er.

Intelligente Verträge zur Verarbeitung von Energietransaktionen bieten einen groß angelegten Anwendungsfall

Ein vollautomatisches Lade- und Zahlungssystem könnte besonders relevant werden, wenn es mit fahrerlosen Autos eingesetzt wird. Die ersten autonomen Autos sind bereits auf den Markt gekommen. Matrix Charging bietet eine Möglichkeit, wie diese Autos ohne menschliches Zutun aufgeladen werden können. Das ist heute vielleicht nicht besonders relevant, aber es könnte morgen zu einer Blockbuster-Technologie werden. 

Das Kollektiv labs10, das 2018 seinen geplanten ICO abgesagt hatte, entwickelte die für die automatisierten Zahlungsprozesse verwendeten Smart Contracts. Automatisierte Blockchain-basierte Mikrozahlungen für Energiedienstleistungen sind ein Anwendungsfall, der weit über Elektroautos hinausgeht. Energieversorger könnten in Zukunft mit Smart Contracts den gesamten Energieabrechnungszyklus automatisieren, das ist ein Multi-Milliarden-Dollar-Markt.

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