Laut einem Bericht von BlockState ist die STO-Industrie von fünf STOs im Jahr 2017 auf 83 im Jahr 2019 angewachsen. Ob sich der Wachstumstrend fortsetzt, hängt vor allem vom Vertrauen der Anleger und der regulatorischen Entwicklung ab.

Die Schweizer Wertpapier-Tokenisierungsplattform BlockState hat eine Studie veröffentlicht, die das signifikante Wachstum des Marktes für Wertpapier-Token belegt. Dem Bericht zufolge gab es bisher 64 erfolgreiche STOs, die insgesamt 1 Milliarde Dollar einnahmen.

BlockState analysierte Daten von mehr als 120 STOs. Die Studie betrachtete globale Daten und umfasste sowohl laufende als auch geplante Angebote. Sie untersuchte insbesondere Angebote, die rechtlich als Wertpapierangebote einzustufen waren. ICO-Daten wurden nicht berücksichtigt.

Das STO-Fundraising-Volumen ist innerhalb von zwei Jahren von 65 Millionen Dollar auf 1 Milliarde Dollar gestiegen

Die Ergebnisse zeigen einen schnell wachsenden Markt. Im Jahr 2017 gab es weltweit 5 STOs mit einem Gesamtvolumen von 66 Millionen US-Dollar. Im Jahr 2018 gab es bereits 35 STOs mit einem Gesamtvolumen von 435 Millionen US-Dollar, fast siebenmal so viel wie im Vorjahr. Für 2019 prognostiziert BlockState insgesamt 83 STOs.

Zu diesem Zeitpunkt machen STOs weniger als 1 Prozent aller durchgeführten Angebote aus, einschliesslich IPOs und ICOs. Die Vorteile sind jedoch enorm, so dass die Branche wahrscheinlich weiterwachsen wird.

BlockState CEO Paul Claudius kommentiert: „Die Tokenisierung wurde oft als Lösung für alle Probleme im Zusammenhang mit ICOs und Utility-Token bezeichnet. Allerdings ist zu beachten, dass der Markt noch im Reifegrad ist. Es ist wirklich spannend zu sehen, dass grosse Finanzdienstleister wie die SolarisBank oder die Schweizer Börse Lösungen entwickeln, um diese Technologie in die bestehende Marktinfrastruktur zu integrieren. Gleichzeitig ist eine erhöhte Nachfrage nach tokenbasiertem Fundraising bei Emittenten und Investoren zu beobachten.“

Der 5. globale ICO/STO-Bericht, der von PwC und der Crypto Valley Organization Ende des letzten Monats veröffentlicht wurde, hatte eine ähnliche Botschaft. Da die Vorschriften weiter verschärft werden und grössere regulierte Börsen beginnen, Handelsplattformen für Sicherheitsmarken einzuführen, wird die noch junge Branche mehr Rückenwind bekommen, so der Bericht.

Fünf Jurisdiktionen machen 75 Prozent der Emissionen aus; Eigenkapital ist die häufigste Anlageklasse

Der Bericht von BlockState ergab auch, dass 75 Prozent aller bisherigen STOs in nur fünf Ländern ausgegeben wurden: USA, Schweiz, Deutschland, Grossbritannien und Estland.

Das Eigenkapital des Unternehmens war die häufigste Anlageklasse mit 46 Equity-Token mit einem Gesamtvolumen von 623 Millionen US-Dollar. An zweiter Stelle lagen Asset-Backed Securities mit 12 ausgegebenen Token und einem gesamten Fundraising-Volumen von 118 Millionen US-Dollar. Bisher wurden 77 Prozent aller STO-Mittel in STOs der Finanzindustrie aufgenommen, gefolgt vom Immobiliensektor mit 11 Prozent.

Das könnte sich in Zukunft ändern. Der globale Immobilienmarkt ist volumenmässig grösser als Aktien- und Rentenmärkte zusammen. Da Immobilien eine eher illiquide Anlageklasse sind, bieten die Vorteile der Tokenisierung zudem einen höheren Wert.

Das zukünftige Wachstum wird von den Vorschriften und dem Vertrauen der Anleger abhängen

Der Bericht ist meist quantitativ und befasst sich mit vergangenen und aktuellen Projekten. Sie zeigt zwar den Wachstumstrend der letzten zwei Jahre, lässt aber keine Zukunftsprognosen zu. Jeder, der die ICO-Zahlen von 2016 und 2017 verwendet hätte, um das Branchenwachstum vorherzusagen, wäre schiefgelaufen. 

Der Anstieg der STOs wird wesentlich von zwei Dingen abhängen: Regulierung und Aufbau eines Sekundärmarktes. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es schwierig, vorherzusagen, wohin sich einer von beiden entwickelt. Die Zukunft der Branche wird nicht davon abhängen, wie viele Unternehmen Token ausgeben werden, sondern von der Bereitschaft der Investoren zu kaufen und zu handeln und der Fähigkeit des Gesetzgebers, die neue Technologie in das bestehende Wirtschaftssystem zu integrieren.

Bild: ©Shutterstock