CashLink hat eine Plattform gestartet, die es Risikokapitalinvestoren ermöglicht, tokenisierte Startup-Aktienoptionen zu kaufen. Die Hauptidee besteht darin, die Zugänglichkeit von Risikokapitalinvestitionen zu verbessern und Transaktionskosten und Papierkram zu reduzieren.

Die Kapitalbeschaffung ist besonders für Start-ups schmerzhaft. Die Kosten sind hoch, und der Prozess kann lange dauern. Aber Zeit ist gleich Geld, vor allem in der Startup-Szene. Blockchain-basiertes Fundraising könnte eine attraktive Alternative für Startups werden, da sie ihre Aktien über ein Security Token Offering (STO) ausgeben können. CashLink, eine Tokenisierungsplattform mit Sitz in Frankfurt, Deutschland, hat kürzlich eine STO-Plattform für Start-ups eingeführt, die vollständig dem deutschen Recht entspricht.

Die Mittelbeschaffung ist kostspielig und zeitaufwendig, und Kleinanleger haben nur begrenzten Zugang zu Risikokapital

Michael Duttlinger, CEO und Mitbegründer von CashLink, sagt, dass die Kosten der Mittelbeschaffung, insbesondere die Rechtskosten, und der enorme Aufwand an Bürokratie und Papierkram ein großer Kritikpunkt für Start-ups in Deutschland sind.

Als CashLink zum ersten Mal als Zahlungsunternehmen gegründet und Gelder gesammelt wurde, musste mindestens eine Person Vollzeit an der Beschaffung von Geldern arbeiten, erklärt Duttlinger. Beim Übergang zu digitalen Märkten können viele Prozesse automatisiert werden und Unternehmen können die Transaktionskosten deutlich senken.

Auf der Investorenseite sind Risikokapitalinvestitionen für Kleinanleger derzeit meist nicht verfügbar. Sie sind in der Regel mit hohen Mindestinvestitionen und mangelnder Liquidität verbunden. Aber Privatanleger wollen nicht über viele Jahre hinweg große Summen in nur einem Anlagevehikel binden.

Das ist schade, denn Risikokapitalinvestitionen können für Kleinanleger attraktiv sein. Sie können sehr profitabel sein und haben oft eine geringe Korrelation zu traditionellen Anlageinstrumenten wie Anleihen oder Aktien.

Sicherheitstoken könnten daher eine Lösung sowohl für Startups als auch für Investoren sein. In einer funktionierenden Token-Wirtschaft können Investoren ihre Token jederzeit auf dem Sekundärmarkt verkaufen, ohne großen Aufwand und Papierkram. Das könnte die Anlageklasse leichter zugänglich machen und Kapital für Start-ups bereitstellen.

Tokenisierung von Phantom-Shares

CashLink bietet seine Dienstleistungen Start-ups mit Sitz in Deutschland und Investoren aus der gesamten Europäischen Union an. Die Plattform symbolisiert virtuelle Aktienoptionen, die viele Unternehmen für Mitarbeiter-Phantom-Share-Pläne nutzen.

Damit erhalten Investoren das Recht, sich beim Verkauf des Unternehmens an den Exit-Erlösen zu beteiligen. In einem Cash-Ereignis erhält der Anleger seinen Anteil am Gesamtwert, basierend darauf, wie viele Token er besitzt. 

Um zu zeigen, wie es geht, hat CashLink nun den privaten Verkauf von eigenen Security Token gestartet. Zu den Investoren gehören FinLab, Panta Rhei, Seed + Speed Ventures und Deplains.

Duttligner geht davon aus, dass Startups im Laufe der Jahre mit dem Betrieb hybrider Modelle beginnen werden, einen Teil ihres Geschäfts als Sicherheitsmarken ausgeben und den Rest über traditionelle Risikokapitalfinanzierungen finanzieren werden. Je mehr Token-Märkte sich entwickeln, desto attraktiver wird das CashLink-Modell.

CashLink beschränkt seine Plattform auf institutionelle Investoren, zumindest vorerst

Das Konzept von Cashlink ist sinnvoll. Damit Investoren und Start-ups jedoch wirklich von der Cashlink-Plattform profitieren können, braucht es einen gut funktionierenden Sekundärmarkt für Security Token, der zum jetzigen Zeitpunkt noch sehr rudimentär ist.

Außerdem stellt CashLink seine Plattform derzeit nur professionellen institutionellen Investoren zur Verfügung, nicht Privatanlegern. Der Grund dafür ist, so CashLink selbst, dass das Unternehmen „den Verbraucherschutz sehr ernst nimmt. Start-Up-Investitionen sind immer mit einem hohen Risiko verbunden, das Privatpersonen ohne Risikokapitalerfahrung nur schwer einschätzen können.“

Das ist wahr, gut für dich, aber institutionelle Risikokapitalinvestoren können einfach weiter so investieren, wie sie es immer getan haben, weil sie damit vertraut sind. Der wahre Schmerz liegt eher auf der Seite des Startups, nicht so sehr auf der Seite der institutionellen Investoren.

Darüber hinaus sind die Institute durch eine strenge Anlagepolitik gebunden. Wie wahrscheinlich ist es, dass solche Investoren mit der Nutzung der CashLinks-Plattform potenzielle Compliance-Risiken eingehen werden, wenn Deutschland bisher auf die Schaffung klarer gesetzlicher Richtlinien für Security-Token-Investitionen verzichtet hat?

Das Konzept ist gut, aber es könnte ein wenig zu früh sein. Aber es ist der frühe Vogel, der die Arbeit fängt. Wir werden sehen. Wenn Investoren darauf setzen, könnte CashLink zu einer großen Erfolgsgeschichte werden.

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