Die in Zug ansässige Cryptix AG hat Ende August Blocktrade übernommen. Jetzt ist das Unternehmen dabei, eine MiFID II-Investitionslizenz zu beantragen, die die Einführung einer multilateralen Handelsfazilität ermöglicht. Für das Team in Vaduz sucht das Unternehmen Talente.

Die Cryptix AG ist ein Schweizer Full-Service-Dienstleister im Bereich Blockchain und DLT. Sie hat im vergangenen Monat die in Liechtenstein ansässige Digital Asset Exchange Blocktrade erworben, um ihre Infrastruktur auszubauen und das Angebot der Börse um neue Funktionen zu erweitern. Im Rahmen der Wachstumsstrategie will das Unternehmen in den kommenden Monaten auch das Team in Vaduz erweitern.

Luka Gubo, CEO von Blocktrade, kommentiert: „Cryptix ermöglicht es uns, innerhalb kurzer Zeit neue Talente zu finden. Die zusätzliche Finanzierung wird es uns ermöglichen, nicht nur die Entwicklung unserer Plattform voranzutreiben, sondern auch den Lizenzierungsprozess abzuschließen.“

Blocktrade wies auch darauf hin, dass die Übernahme keine negativen Auswirkungen auf die Kunden haben wird, da sie den Service weiterhin wie gewohnt nutzen können.

Cryptix plant die Einführung einer multilateralen Handelsfazilität

Die Übernahme von Blocktrade war ein Meilenstein in der Expansionsstrategie von Cryptix. Im nächsten Schritt wird die Unternehmen wird im vierten Quartal 2019 bei der Liechtensteinischen Finanzmarktaufsicht (FMA) eine MiFID II-Investitionsbewilligung beantragen. Mit dieser Lizenz kann das Unternehmen seine Börse als Multilateral Trading Facility (MTF) betreiben, so dass die Partner von Cryptix die Dienstleistungen von Blocktrade voll nutzen können, ohne eigene Lizenzen beantragen zu müssen.

Bernhard Koch, Präsident des Verwaltungsrates der Cryptix Holding AG, erklärt: „Eine unserer beiden Hauptzielgruppen sind kleine und mittlere Unternehmen, und wir werden ihnen mit diesem Projekt völlig neue Finanzdienstleistungen anbieten können. Neben dem regulierten Handel mit Wertpapieren werden wir ihnen auch helfen, auf revolutionär einfache Weise Mittel aufzubringen.“

Er spricht in erster Linie von der Auflistung von Security Token. MTFs bieten Kleinanlegern und Wertpapierfirmen eine Alternative zu traditionellen Börsen. Sie haben weniger regulatorische Einschränkungen beim Handel, so dass die Teilnehmer mehr Vermögenswerte und OTC-Produkte austauschen können. Als MTF kann Blocktrade Wertpapier-Token für den Handel listen und seinen Kunden so den Zugang zu Liquidität ermöglichen.

DLT und Kryptowährung-Forschungszentrum in Wien

Neben der Übernahme von Blocktrade und der MTF-Lizenz ist Cryptix auch in der Forschung und Entwicklung von DLT tätig. Anfang des Jahres hat das Unternehmen Cryptix LABS in Wien gegründet, ein internationales Forschungs- und Entwicklungsunternehmen mit Fokus auf Blockchain-Technologie und insbesondere Kryptowährungen.

Cryptix LABS will nicht nur die allgemeine technologische Entwicklung fördern, sondern auch aktiv den Zugang zu den neuesten DLT-Lösungen für eine breite Palette von Unternehmen ermöglichen. Deshalb hat das Unternehmen sein Büro im Wiener Millennium Tower eröffnet, einem Inkubator für Blockchain-Affine Unternehmen.

Kochs Vorstandsvorsitzender glaubt: „In den kommenden Jahren werden sich viele Branchen deutlich verändern. Als Unternehmen glauben wir, dass die Blockchain-Technologie insbesondere kleine und mittlere Unternehmen beeinflussen wird. Das ist der Grund, warum wir unsere Unternehmen frühzeitig international positionieren.“

Mit Niederlassungen in Zug, Wien und Liechtenstein ist Cryptix bereits in allen DACH-Kernmärkten mit Ausnahme Deutschlands vertreten. Das Unternehmen wächst und ist ständig auf der Suche nach Talenten. Es könnte auch für einige unserer Leser eine spannende Gelegenheit geben?

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