Der erste Blockchain-ETF wurde im März 2019 in Deutschland gehandelt. Der Fonds investiert in Aktien, die der Blockchain-Technologie ausgesetzt sind – mit Schwerpunkt auf Kryptowährungen.

Obwohl noch immer eher selten, können Investoren bereits Blockchain-ETFs kaufen. Die ersten Unternehmen haben solche Fonds 2018 aufgelegt, hauptsächlich in den USA, obwohl die US SEC den Emittenten nicht erlaubte, den Begriff „Blockchain“ im Namen des Fonds zu verwenden.

Im März 2019 startete der erste Blockchain-ETF in Deutschland. Mit dem Invesco Elwood Global Blockchain UCITS ETF können Investoren ein Portfolio von Blockchain-Aktien kaufen.

Blockchain-ETFs zielen darauf ab, das Wachstumspotenzial der Technologie zu nutzen

ETF steht für „Exchange Traded Fund“. Investoren kaufen Aktien eines Portfolios von Vermögenswerten und partizipieren an dessen Wertsteigerung. Im Gegensatz zu aktiv verwalteten Fonds gibt es keinen Fondsmanager, der Portfoliofonds umverteilt. Ähnlich wie Aktien werden ETFs an regulierten Börsen gehandelt.

Für diejenigen, die an das Zukunftspotenzial der Blockchain-Technologie glauben, ist es durchaus sinnvoll, Aktien von Blockchain-Unternehmen zu kaufen. Genau das bietet der Invesco Elwood Global Blockchain UCTIS ETF: ein Portfolio von Aktien mit Blockchain-Exposure.

Chris Mellor, Head of EMEA ETF Equity Product Management bei Invesco, erklärt: „Unser ETF bietet Investoren Zugang zu Unternehmen, die heute profitabel sind und deren Aktienkurse vom zusätzlichen Ertragspotenzial der Blockchain-Technologie profitieren werden. Die aktuellen Aktienkurse spiegeln dieses Potenzial noch nicht wider.“

Die drei Hauptholdings bieten im Wesentlichen Kryptowährungsrisiken

Der ETF investiert in Unternehmen, die sich noch in einem frühen Wachstumszyklus befinden. Die Hauptbeteiligungen sind IT-Unternehmen (46 Prozent), Unternehmen der Finanzindustrie (23 Prozent) und Kommunikationsdienstleister (9 Prozent). Die meisten Beteiligungen befinden sich in den USA (39 Prozent), Japan (29 Prozent) und Taiwan (12 Prozent).

Die grösste Portfoliobeteiligung ist die CME Group. Das Unternehmen ist ein weltweit führender Anbieter von Derivatebörsen. Die CME-Gruppe könnte von der Blockchain-Technologie in zweierlei Hinsicht profitieren: Erstens bietet CME den Bitcoin-Future-Handel an. Zweitens könnte die Blockchain den Finanzhandel stören und bietet daher ein enormes Potenzial für die Handelsplattform von CME.

Die zweitgrösste Beteiligung ist GMO Internet, ein japanischer Internet-Infrastruktur- und Dienstleistungsanbieter. GMO bietet auch Krypto-Handelsplattformen und Mining-Dienstleistungen an, was der Grund für die herausragende Platzierung im Fonds ist.

Der drittgrösste Titel im Portfolio ist der taiwanesische Chiphersteller TSMC. Das Unternehmen produziert Chips für das Krypto-Mining.

Fazit: Solides Produkt, aber Überbeanspruchung durch Kryptowährungen

Die ersten drei Beteiligungen machen 15% des Gesamtvolumens aus und zeigen den Kryptowährungsfokus dieses ETFs. Aber Kryptowährungen sind nur ein Anwendungsfall der Blockchain. Ein vielversprechender, aber um ein wirklich diversifiziertes Blockchain-Portfolio zu bieten, müssen viel mehr Anwendungsfälle einbezogen werden.

Der Fonds scheint ein solides Produkt zu sein. Eine Gesamtkostenquote (TER) von 0,65 % ist in Ordnung, und viele der ausgewählten Titel sind renommierte Unternehmen. Mit 20,5 Mio. $ ist das Volumen des Fonds eher gering, aber angesichts des jüngsten Auflegungstermins sollte das keine allzu grosse Sorge sein.

Investoren müssen jedoch verstehen, dass dieses Produkt keine gut diversifizierte Darstellung des vollen Potenzials der Blockchain-Technologie bietet. Stattdessen wird ein eingeschränkter Anwendungsfall hervorgehoben.

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