Die Standortinitiative digital-liechtensteinbündelt Vertreter aus Wirtschaft, Staat und Wissenschaft und schafft Zugang zu relevanten Netzwerken, welche eine digitale Transformation ermöglichen. Für die Initiative haben sich inzwischen über 40 Unternehmen und Organisationen aus Liechtenstein zusammengeschlossen, um den digitalen Wandel voranzutreiben.

Ziel der Initiative ist es, die Standortattraktivität Liechtensteins zu erhöhen, Chancen und Risiken der Digitalisierung zu erkennen und die Bevölkerung mit in das digitale Zeitalter einzubeziehen. Dies wird nun zum zweiten Mal durch das Event Digital Summit unterstützt, welches am 25. September 2019 in Vaduz stattfinden wird. Bereits letztes Jahr, wurden relevante digitale Themen behandelt und hochkarätige Speaker aus Top-Unternehmen eingeladen. Das diesjährige Event steht unter dem Titel „Chancen und Risiken der künstlichen Intelligenz“.

Hochkarätige Referenten wie Hirnforscher und Starmind-Gründer Pascal Kaufmann, Microsoft-Schweiz-Geschäftsleitungsmitglied Marc Holitscher, Netcetera-CEO Andrej Vckovski und Liechtensteins Regierungschef-Stellvertreter und Wirtschaftsminister Daniel Risch zeigen auf, wie die künstliche Intelligenz die Wirtschaft grundlegend verändern wird und beleuchten die Chancen und Risiken für den Wirtschaftsstandort Schweiz und Liechtenstein. Moderiert wird der Digital Summit von Sunnie Groeneveld. Integraler Bestandteil der Tagung sind die Breakout-Sessions mit den Unternehmen und Organisationen Microsoft, Netcetera, Co Agency, Universität Liechtenstein und der Hochschule für Technik Buchs (NTB).

Patrick Stahl, Mitinitiant der Standortinitiative digital-liechtenstein.li, spricht im Interview über die Herausforderungen im Ländle und welche Ziele und Projekte geplant sind.

Ramona: Hallo Patrick, vielen lieben Dank, dass du dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst. Die Digitalisierung für Unternehmen, aber auch Privatpersonen, nimmt stets an Relevanz zu. Was ist deiner Meinung nach wichtig, um als Unternehmen mit der Digitalisierung Schritt zu halten?

Patrick: Der Wirtschaftsstandort Liechtenstein ist grundsätzlich sehr gut für die Zukunft aufgestellt. Um die bestehenden Standortvorteile zu erhalten und allenfalls sogar auszubauen, müssen die Unternehmen frühzeitig die Weichen für neue Technologien und neue Anwendungen stellen. Die Standortinitiative digital-liechtenstein.li hat sich zum Ziel gesetzt, das Bewusstsein für den digitalen Wandel zu stärken und den Erfahrungsaustausch unter den Mitgliedern zu ermöglichen. 

Ramona: digital-liechtenstein.li veranstaltet nun zum zweiten Mal das Digital Summit. Erzähl mir doch bitte, wie die Idee zum Event entstanden ist?

Patrick: Der Digital Summit ist eines der Aushängeschilder der Initiative und richtet sich branchenübergreifend an Führungspersönlichkeiten und Interessierte aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Die Digitalkonferenz bietet allen Besucherinnen und Besuchern neuestes Wissen, Trends und Innovationen in Sachen digitale Transformation und digitale Zukunftsentwicklungen.

Ramona: Letztes Jahr war das Event schon ein voller Erfolg und zahlreiche Speaker, wie auch Besucher, haben den Vaduzer Saal besucht. Welches Fazit konntet ihr vom letzten Jahr ziehen?

Patrick: Wir haben uns sehr darüber gefreut, rund 400 Besucherinnen und Besucher an der Premiere begrüssen zu können. Die Keynotes von ETH-Rektor Lino Guzzella und Zukunftsforscherin Karin Frick haben sehr eindrücklich aufgezeigt, wie sich der digitale Wandel beschleunigen wird und kleine Staaten wie die Schweiz und eben auch Liechtenstein sich frühzeitig mit den Veränderungen beschäftigen müssen, um den Anschluss in der Digitalisierung nicht zu verlieren.

Ramona: Als treibende Kraft in der Digitalisierung Liechtensteins bist du Mitglied der Standortinitiative digital-liechtenstein. Diese arbeitet an digitaler Innovation und Vernetzung für Liechtenstein. Welche Ziele werden durch die Standortinitiative digital-liechtenstein noch angestrebt?

Patrick: Das Kernboard der Initiative hat im Mai 2019 die digitale Roadmap auf Schloss Vaduz an die Liechtensteiner Regierung übergeben. Das Strategiepapier wurde in einem mehrmonatigen Prozess gemeinsam mit allen 40 Mitgliedern der Initiative erarbeitet und zeigt die Handlungsfelder insbesondere aus Sicht der Wirtschaft auf, damit Liechtenstein im Jahre 2025 in der Digitalisierung zu den modernsten Staaten gehört. Die digitale Roadmap soll nun im Dialog mit Politik und Bevölkerung schrittweise realisiert und laufend weiterentwickelt werden.

Ramona: Gibt es konkrete Pläne zur Umsetzung?

Patrick: Wir sind derzeit in Gesprächen mit potenziellen Partnern, um die ersten Projekte in die Wege zu leiten. Unser Ziel ist es, noch in diesem Jahr bereits erste Leuchtturmprojekte für den Wirtschaftsstandort Liechtenstein aufgleisen zu können.

Ramona: Wie können sie die Bürgerinnen und Bürger aus Liechtenstein im digitalen Bereich einsetzen? Gibt es Projekte bei digital-liechtenstein, bei denen man mitmachen kann?

Patrick: Die gesamte Bevölkerung ist am 3. September 2019 zum Digitaltag im Kunstmuseum Liechtenstein in Vaduz eingeladen. Der Digitaltag will aufzeigen, wie sich Gesellschaft, Wirtschaft, Arbeits- und Privatleben durch die neuen technologischen Möglichkeiten verändern. Vaduz ist dabei offizieller Standort des grossen Schweizer Digitaltags, der in mehreren Städten an diesem Tag gleichzeitig stattfindet und miteinander verbunden ist. Das hochkarätige Event widmet sich dieses Jahr vollumfänglich dem Thema «Smart Country Liechtenstein» und fokussiert sich auf die Themen Wirtschaft, Bildung, Verkehr, Tourismus und Kultur. Die Aktivitäten machen die Digitalisierung greifbar: Die Besucherinnen und Besucher erwarten spannende Referate, Diskussionsrunden, Drohnen-Shows, interaktive Stadtführungen und ein World Café zum Mitmachen. Sämtliche Aktivitäten und Plattformen sind kostenlos zugänglich.

Ramona: Welche anderen Massnahmen sind noch für Liechtenstein geplant?

Patrick: Wir haben seit der Lancierung der Initiative im Herbst 2017 eine Vielzahl an Massnahmen und Aktivitäten gesetzt und entwickeln laufend weitere neue Projekte. Dazu gehören zum Beispiel regelmässige Workshop-Events zum Erfahrungsaustausch, ein Newsletter mit Fachbeiträgen im Bereich der digitalen Transformation und zahlreiche weitere Schritte. Dazu zählt der Innovation Day, welcher zum ersten Mal im Juni 2019 in der Hilti AG stattfand und ausgewählte Startups mit den Mitgliedern von digital-liechtenstein.li vernetzt. Ziel dieses Austausches ist es, dass unsere Mitgliedsfirmen aus erster Hand konkrete Lösungen und Innovationen von Startups kennenlernen.

Ramona: Welche Herausforderungen wird Liechtenstein deiner Meinung nach erleben und warum?

Patrick: Die Digitalisierung ist ein stetiger Prozess, welcher sich nicht aufhalten lässt und potenziell unser Leben noch stärker verändern wird als dies bisher geschah. Wir stehen daher vor der grossen Herausforderung, dass wir die Chancen und Risiken der Digitalisierung kritisch unter die Lupe nehmen und die richtigen Schlüsse daraus ziehen, damit Liechtenstein den Anschluss nicht verpasst.

Ramona: Vielen Dank für deine Zeit!

Patrick: Besten Dank für dein Interesse!

Bild: ©Skunk AG