An der Hochschule Liechtenstein finden häufig digitale Gipfeltreffen und Branchenveranstaltungen statt. Die Verfügbarkeit von Experten aus Liechtenstein und die Nähe zur Schweiz ermöglicht es der Universität, Experten aus verschiedenen Bereichen des digitalen Finanzwesens zusammenzubringen.

Die Hochschule Liechtenstein hat von Anfang an eine Rolle in der Digitalisierungsagenda der Regierung gespielt. Da die Digitalisierung ein völlig neuer Bereich ist, der erst noch erforscht werden muss, hat die Universität zur Forschung in diesem Bereich beigetragen und den digitalen Hub Liechtenstein durch wissenschaftlichen und akademischen Wissensaustausch unterstützt.

Eine dieser Veranstaltungen ist die Konferenz „Digitalisierung in Finanzen und Recht“, die am 22. Oktober zum zweiten Mal an der Universität stattfand. Die Veranstaltung wurde von PwC Zürich, dem Liechtensteiner Bankenverband und der liechtensteinischen Anwaltskanzlei Nägele Rechtsanwälte mitorganisiert.  Die 60 Teilnehmer der Veranstaltung diskutierten die neuesten digitalen Trends und Entwicklungen im Finanz- und Rechtswesen und insbesondere auch die Herausforderungen, die sich für den Sektor durch die Covid-Pandemie ergeben.

Bianca Lins, die die Veranstaltung moderierte, bezeichnete das Jahr 2020 als „grosses digitales Experiment in Echtzeit“. Da die Pandemie Unternehmen, Regierungen und Verbraucher gezwungen hat, digitale Technologien schneller als je zuvor einzusetzen, wurde in der gesamten entwickelten Welt eine digitale Welle ausgelöst.

Blockchain ist in Liechtenstein nach wie vor ein zentrales Thema

Liechtensteins Ministerpräsident Adrian Hasler wies auf die Chancen hin, die digitale Technologien für Innovationen in Europa bieten. Er erläuterte auch, wie das Blockchain-Gesetzt das seine Regierung im Januar 2020 eingeführt hat, Unternehmen in die Lage versetzen soll, diese Möglichkeiten auszuloten. Hasler betonte, wie wichtig es sei, diesen Weg weiter zu gehen und Innovationen zuzulassen und aktiv zu unterstützen.

Thomas Nägele, geschäftsführender Partner bei Nägele Rechtsanwälte, sprach ebenfalls über die Blockchain-Technologie und wie sie in sekundären Kapitalmärkten eingesetzt werden kann. Im Sekundärhandel, sagt er, ist die Blockchain-Technologie „dort, wo die Magie geschieht“, und die Marktteilnehmer können Gegenparteirisiken mindern und Finanztransaktionen effizienter und sicherer gestalten.

Professor Philipp Sandner, Direktor des Frankfurt School Blockchain Centers, sprach über einen programmierbaren digitalen Euro und die Tokenisierung von Industriegütern. Joachim Schwerin, Principal Economist bei der Europäischen Kommission, erläuterte, wie die Europäische Kommission die Schaffung einer vollständig integrierten Wirtschaft anstrebt, in der die Wirtschaftsleistung auf der Blockchain basieren wird. Schwerin sagte, ein wesentlicher Teil dieses Wandels seien nicht-ökonomische Faktoren wie Bildung und rechtliche Rahmenbedingungen. Liechtenstein sei in diesem Bereich mit fortschrittlichen Regelungen und dem Bildungsangebot der Universität gut positioniert.

Drehscheibe für Diskussion und Gedankenaustausch

Blockchain ist zwar eine Schlüsseltechnologie der Industry 4.0, aber die Digitalisierung ist größer als Blockchain. Luca Caramanica von der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein (FMA) sprach über „Künstliche Intelligenz in der Finanzmarktregulierung und -aufsicht“. Philipp Rosenauer von PwC gab Einblicke in Themen rund um Big Data und Regulatory Compliance. Er sagte: „Daten sind das neue Öl“, was bedeutet, dass Unternehmen Strategien entwickeln müssen, um ihre Daten als eine Schlüsselressource der Zukunft zu sammeln und zu nutzen.

Die Veranstaltung zeigt, wie vielfältig Liechtenstein in Bezug auf die Digitalisierung ist. Sie zeigt, dass die Hochschule Liechtenstein ein Ort ist, an dem hochkarätige Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Regierung die aktuellsten Themen zur Digitalisierung und Finanzierung diskutieren. Es lohnt sich, einen Blick auf das weitere Angebot der Hochschule zu werfen.

Bild: ©Shutterstock