Liechtensteiner Entscheidungsträger und Experten diskutieren über digitale Trends in der Finanzindustrie und deren rechtliche Auswirkungen. Teilnehmen könnt ihr dabei am 17. September von 09:00 bis 17:30 Uhr an der Universität Liechtenstein.

Die Universität Liechtenstein organisiert die Veranstaltung „Digitalisierung in Finanzen und Recht“. Politiker, Unternehmensführer und Branchenexperten werden über die Chancen und Risiken der digitalen Revolution in der Finanzindustrie diskutieren.

An der Veranstaltung partizipieren unter anderem Prinz Michael von und zu Liechtenstein, Premierminister Adrian Hasler, sowie mehrere wissenschaftliche Vertreter und Rechtsexperten. Eine vollständige Liste der Referenten findet ihr hier.

Die Veranstaltung richtet sich an eine Zielgruppe von Bank- und Handelsexperten, Fintechs, Anwälten, Depotbanken, Aufsichtsbehörden und Wissenschaftlern im Bereich Finanzen, Recht und Digitalisierung. Der Eintritt beträgt CHF 690 pro Person, und Teilnehmer können sich bis zum 10. September 2019 hier anmelden.

Digital Banking ist zur neuen Normalität geworden

Die Veranstaltung findet in einer Zeit statt, in der sich die Digitalisierung zu einem wichtigen Trend in der Finanzindustrie entwickelt hat. Banken stehen zunehmend im Wettbewerb mit Nichtbanken, die ihnen Marktanteile wegnehmen. Die digitalen Technologien haben bereits begonnen, die Kreditvergabe an Unternehmen und Privatkunden, die Vermögensverwaltung und das Private Banking erheblich zu verändern.

Anbieter in der Branche überdenken das Spielbuch und die Kunden verlangen zunehmend nach digitalen Erfahrungen und digitalen Produkten. Digitale Anwendungen werden nicht nur angeboten, sondern auch erwartet. Wer würde heute ein Bankkonto eröffnen, das kein Online- und Mobile Banking anbietet?

Liechtenstein wird zur digitalen Finanzdrehscheibe

Liechtenstein hat sich zum Ziel gesetzt, ein Vorreiter in der Digitalisierung der Finanzindustrie zu werden. Digitale Technologien sind ein wichtiger Bestandteil der „Finanzplatzstrategie“ der Regierung, um die Attraktivität Liechtensteins als internationale Finanzdrehscheibe zu stärken.

Bei der Ankündigung der Strategie im März 2019 sagte Premierminister Adrian Hasler: „Liechtenstein bietet heute einen innovativen und diversifizierten Finanzdienstleistungssektor mit einem starken internationalen Netzwerk. Wir wollen diesen Sektor und seine Vorteile weiter stärken.“

Die derzeitigen regulatorischen Rahmenbedingungen passen nicht zu digitalen Produkten

Technologische Innovationen wie Blockchain, Artificial Intelligence (KI), Robotik oder Cloud Computing bieten neue Umsatzmöglichkeiten, führen aber auch zu rechtlichen Herausforderungen, insbesondere in den Bereichen Datenschutz und Cybersicherheit.

Während sich der Bankensektor neu erfindet, sind rechtliche und regulatorische Herausforderungen eine der grössten Hindernisse.

Die Finanzindustrie wird durch einen strengen Rahmen geregelt. Die Banken stehen nun im Wettbewerb mit neuen Wettbewerbern, die unter anderen Bedingungen operieren. Viele Fintechs benötigen keine Banklizenz und müssen sich nicht an strenge Bankgesetze halten.

So ist beispielsweise die Implementierung von Cloud Computing, das für jedes digitale Unternehmen ein wesentliches Element ist, bei den Banken aufgrund komplexer Vorschriften bisher eher schleppend.

Daher wird die grösste Herausforderung für die Regulierungsbehörden und die Akteure der Finanzindustrie in den nächsten Jahren darin bestehen, einen Regulierungsrahmen zu entwickeln, der den Anforderungen digitaler Produkte entspricht, den Wettbewerb stimuliert und die Interessen der Verbraucher schützt. Die liechtensteinische Regierung hat mit dem Blockchain-Gesetz Pionierarbeit geleistet, das die rechtliche Grundlage für eine funktionierende und integrierte Tokenwirtschaft schaffen soll.

Liechtenstein hat einen besonderen Fokus auf die Blockchain-Technologie, die es als einen der wichtigsten Treiber für Innovationen in der Finanzindustrie wahrnimmt. Dennoch ist die Digitalisierung mehr als nur eine Blockchain. Es geht um eine ganze Reihe neuer Technologien, die jeweils ihre ganz eigenen Herausforderungen mit sich bringen.

Nehmt an der Debatte am 17. September von 09:00 bis 17:30 Uhr an der Universität Liechtenstein teil, um mehr zu erfahren.

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