Die Advanced Blockchain AG ist das erste Blockchain-Entwicklungsunternehmen, das auf Xetra der Deutschen Börse gelistet ist. Das Unternehmen hat keine Token ausgegeben, sondern geht den traditionellen Weg der Finanzierung.

Xetra der Deutschen Börse hat die erste Blockchain-Firma gelistet: Advanced Blockchain AG. Die Aktien der Firma werden ab heute handelbar sein.

Das Unternehmen sagt: „Dieser zusätzliche Handelsplatz wird die Erschliessung neuer Investorengruppen, insbesondere mit internationalem Hintergrund, weiter erleichtern. Die bestehenden Notierungen an der Düsseldorfer Börse und der Frankfurter Börse werden fortgesetzt.“

Land & Schwarz, eine deutsche Finanzdienstleistungsholding, erleichterte die Aufnahme als Designated Sponsor und Market Maker.

Die Advanced Blockchain AG ist ein in Berlin ansässiges Blockchain-as-a-Service Unternehmen

Die Advanced Blockchain AG mit Sitz in Berlin entwickelt DLT-Software für Unternehmen. Das gemeinsam mit der Tochtergesellschaft nakamo.to GmbH entwickelte Projekt peaq bietet eine Blockchain-Basisschicht für Unternehmensanwendungen.

Das Unternehmen entwickelt auch eine auf azyklischen Graphen (DAG) basierende Blockchain namens „DAGchain“, die für den Einsatz in einer Vielzahl von Branchen vorgesehen ist.

Wie kürzlich bekannt wurde, hat das Unternehmen mit einem führenden deutschen Telekommunikationsanbieter eine Absichtserklärung unterzeichnet – der Name wurde nicht bekannt gegeben -, um gemeinsam ein Blockchain-Protokoll für die Abrechnung in IoT-Netzen zu entwickeln.

Traditionelle Aktien statt Security Token

Die meisten Blockchain-Unternehmen haben sich für ICOs oder STOs entschieden, um Mittel aufzubringen, anstatt den traditionellen Weg der Finanzierung zu gehen. Die Advanced Blockchain AG hat keine Token ausgegeben. Stattdessen ist das Unternehmen an den Börsen in Frankfurt und Düsseldorf und nun auch auf Xetra gelistet.

Während STOs mit niedrigeren Kosten, niedrigeren Eintrittsbarrieren, einer grösseren globalen Reichweite und einigen zusätzlichen Marketingaktivitäten verbunden sind, haben sie auch eine Reihe von Nachteilen.

Das grösste Problem ist die mangelnde Liquidität, zumindest im aktuellen Marktumfeld. Während traditionelle Aktienmärkte über viel Liquidität verfügen, gibt es technisch gesehen noch keinen liquiden Sekundärmarkt für Wertpapier-Token.

Die Börsen für Security Token beginnen gerade erst und es ist nicht klar, ob und wann sie genügend Liquidität anziehen werden, um einen rentablen Sekundärmarkt zu schaffen. Bis dahin stehen die Anleger vor der Frage, dass sie einen Token kaufen können, aber sie können ihn kaum verkaufen.

Da es sich bei STOs um ein neues Konzept handelt, sind die Investoren nach wie vor skeptisch. Die Börse hingegen ist schon lange genug da, dass die Leute verstehen, wie sie funktioniert.

Aktienmärkte nach wie vor das überlegene Fundraising-Tool für etablierte Unternehmen

Für Unternehmen wie die Advanced Blockchain AG, die jetzt Kapital für die Entwicklung und Vermarktung ihrer Produkte benötigen, könnte die traditionelle Börse an dieser Stelle die bessere Option sein. In der letzten Finanzierungsrunde für ihr peaq-Projekt hat das Unternehmen einen siebenstelligen Betrag von deutschen und internationalen Investoren eingeworben. Während einige STOs ähnliche Beträge erfolgreich gesammelt haben, sind die meisten nicht erfolgreich.

Allerdings ist auch die Notierung an einer traditionellen Börse keine Garantie für den Erfolg. Wenn man jedoch bedenkt, dass die Infrastruktur viel besser entwickelt ist und Investoren das Konzept verstehen, sind die Erfolgsaussichten höher, zumindest für grössere und etablierte Unternehmen.

Mit der Einführung von mehr digitalen Börsen, fortschreitenden Verordnungen und der Ausgabe von mehr Token werden die STOs irgendwann ein vielversprechendes Fundraising-Tool zur Verfügung stellen. Sie könnten sogar wichtiger werden als Börsengänge, aber das ist noch weit entfernt.

Bild: ©Shutterstock