Facebook hat in der Schweiz eine Firma namens „Libra Networks“ gegründet, die wahrscheinlich das Blockchain-basierte Zahlungsnetzwerk des Unternehmens entwickelt. Facebook’s Hauptaugenmerk liegt wahrscheinlich auf dem schweizerischen Datenschutzgesetz.

Facebook hat sich für Genf, Schweiz, entschieden, um sein neues Unternehmen „Network Libra“ zu gründen. Die Fintech wurde am 02. Mai registriert. Libra ist auch der Name des Blockchain-basierten Zahlungssystems von Facebook, das sich derzeit in der Entwicklung befindet – sicherlich kein Zufall!

Gemäss der offiziellen Einreichung erbringt Libra Networks „…Dienstleistungen in den Bereichen Finanzen und Technologie sowie die Entwicklung und Produktion von Software und der damit verbundenen Infrastruktur, insbesondere im Zusammenhang mit Investitionstätigkeiten, dem Betrieb von Zahlungen, Finanzierung, Identitätsmanagement, Datenanalyse, Big Data, Blockchain und anderen Technologien“.

Projekt Libra: Facebook-internes Zahlungsnetzwerk auf Basis von Stablecoins

Also, was genau ist Project Libra? Facebook hat keine grossen Details angegeben. Laut Wall Street Journal (WSJ) ist es ein Zahlungsnetzwerk innerhalb des Facebook-Ökosystems, das auf einer Stablecoin basiert, die von der Regierungswährung unterstützt wird.

Das WSJ berichtete auch, dass Facebook in Gesprächen mit Visa und Mastercard ist und bis zu 1 Milliarde Dollar anstrebt, um einen Pool von Sicherheiten zu schaffen, die zur Unterstützung der Stablecoin dienen können. Der Hauptzweck der Münze ist es, Kreditkartengebühren für Händler zu eliminieren und gleichzeitig die Volatilität von freischwebenden Kryptos wie BTC oder ETH zu vermeiden.

Facebook hat auch geplant, die Stablecoin an Kryptowährungsbörsen zu listen. Im Februar sagte das Unternehmen, dass es erwartet, das Projekt Libra in der ersten Jahreshälfte 2019 zu starten.

Was auch erwähnenswert ist: Gestern gab die Blockchain-Plattform Zulu Republic bekannt, dass ihre Kryptowährungs-Messaging-Plattform Lite.Im eine einfache Möglichkeit zum Senden und Empfangen von Bitcoin über WhatsApp eingeführt hat, das ebenfalls zu Facebook gehört. Interessantes Timing.

Umzug in die Schweiz wahrscheinlich auf der Grundlage der schweizerischen Datenschutzgesetze

Facebook sucht also nach der Schweiz. Wenig überraschend, waren die USA in letzter Zeit weder für Krypto-Projekte noch für die Datenpolitik von Facebook sehr entgegenkommend.

Als das WSJ zum ersten Mal über Libra berichtete, schickte der US-Gesetzgeber einen offenen Brief an das Unternehmen, um Aufklärung über den Zweck und die Auswirkungen der Währung zu erhalten. Sie schrieben:

„Der WSJ berichtete kürzlich, dass Facebook Dutzende von Finanzunternehmen und Online-Händlern rekrutiert, um ein kryptowährungsbasiertes Zahlungssystem über sein soziales Netzwerk einzuführen. Letztes Jahr bat Facebook die US-Banken, detaillierte Finanzinformationen über die Verbraucher weiterzugeben. Darüber hinaus haben Datenschutzexperten Fragen zu den umfangreichen Datenerhebungspraktiken von Facebook gestellt und festgestellt, ob die von Facebook gesammelten Daten für Zwecke verwendet werden, die Facebook dem Fair Credit Reporting Act unterwerfen oder unterliegen sollten“.

Um ein sicheres und privates System aufbauen zu können, ist es nicht nur wichtig, welche Technologien eingesetzt werden, sondern auch, wo die Daten gespeichert sind und wo sich die Server befinden.

Neben einem Blockchain-freundlichen Ansatz verfügt die Schweiz auch über strenge Bundesgesetze und -vorschriften zum Datenschutz. Damit ist die Schweiz ein Spitzenland für den Aufbau eines Systems, das hohe Datenschutzstandards erfordert.

Der an Facebook gesendete Brief konzentrierte sich insbesondere auf den Datenschutz. Darüber hinaus hatte die globale Reputation von Facebook einen grossen Einfluss, als der Skandal um Facebook-Cambridge Analytica öffentlich wurde und die schlechten Datenpraktiken von Facebook aufgedeckt wurden. 

So könnte die Entscheidung des Unternehmens, das Projekt in der Schweiz zu realisieren, ein Versuch sein, dieses Image zu korrigieren – und sich der zunehmenden Überprüfung durch den US-Gesetzgeber zu entziehen.

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