Nachrichtenberichte, dass die liechtensteinische Anlageplattform Neufund die FMA-Zulassung erhalten habe, seien falsch. Die Gesellschaft übt keine Tätigkeiten aus, die überhaupt einer FMA-Zulassung bedürfen.

Am 16. September haben verschiedene Blockchain-Outlets bekannt gegeben, dass die Firth Force GmbH mit Sitz in Liechtenstein die Genehmigung der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein (FMA) für ihre Anlageplattform Neufund erhalten hat. Gemäss den Nachrichtenberichten hatte die FMA Neufund genehmigt, öffentliche Angebote mit einer Mindestbeteiligung von CHF 10. 

In der vergangenen Woche, am 27. September, hatte die FMA durch eine öffentliche Bekanntmachung auf ihrer Website klargestellt, dass solche Nachrichten falsch waren. Die FMA hat keine Bewilligung erteilt und die Fifth Force GmbH verfüge nicht über eine Bewilligung der FMA.

Im Wesentlichen bedeutet dies, dass die Fifth Force nicht der Aufsicht durch die FMA unterliegt. Ohne diese Genehmigung sind Fifth Force und ihre Neufund-Plattform nicht berechtigt, Finanzdienstleistungen zu erbringen, die nach liechtensteinischem Recht bewilligungspflichtig sind.

Neufund benötigt keine FMA-Lizenz

Zur Klarstellung: Es ist nichts falsch daran, keine FMA-Zulassung zu haben. Es bedeutet nur, dass Neufund bestimmte Tätigkeiten nicht ausüben kann. Die FMA stellt auch auf ihrer Website fest, dass ihr nicht bekannt ist, dass die Fifth Force GmbH „bewilligungspflichtige Tätigkeiten ausübt“. Es ist also alles in Ordnung. Während die FMA keine Bewilligung erteilt oder erteilt hat, soll sie der Gesellschaft mitgeteilt haben, dass sie nicht in den Zuständigkeitsbereich der FMA fällt.

Die Fifth Force GmbH ist sowohl in Liechtenstein als auch in Deutschland eingetragen. Bereits vor rund zwei Jahren hat das Unternehmen Gespräche mit dem deutschen Finanzmarktaufseher Bafin über Lizenzbestimmungen aufgenommen.

Um die Notwendigkeit einer Bafin-Lizenz zu vermeiden, ist Neufund so strukturiert, dass die über die Plattform vermarkteten Unternehmensbeteiligungen von einer Einzweckfirma namens Neumini gehalten werden, die Token ausgibt, die wiederum die mit Unternehmensbeteiligungen verbundenen Rechte, wie z.B. Dividendenzahlungen, garantieren.

Auf diese Weise gibt Neufund keine Wertpapiere direkt aus, d.h. es benötigt keine Lizenz zum Verkauf von Kapitalanlagen und unterliegt somit nicht der Aufsicht der Finanzmarktaufsicht.

Liechtenstein statt Malta

Bei den laufenden Gesprächen mit der Bafin hat Neufund-Chefin Zoe Adamovicz davor gewarnt, dass sie ihr Geschäft anderweitig betreiben kann. „Wenn es nicht klappt, gehen wir nach Malta“, sagte Frau Adamovicz.

Es scheint, dass Malta den Wettbewerb verloren hat, als Neufund in Liechtenstein startete. Der Grund für diese Entscheidung war wahrscheinlich die begrüssende Politik des Landes gegenüber Blockchain-Unternehmen.

Adrian Hasler, Ministerpräsident von Liechtenstein, erklärte: „Ich freue mich, dass sich Neufund für Liechtenstein entschieden hat. Dies zeigt, dass Liechtenstein mit seiner offenen Haltung gegenüber neuen Technologien als attraktiver Standort für innovative Geschäftsmodelle wahrgenommen wird.“

Die ersten Angebote sind bereits live auf der Plattform zu sehen, darunter das Mobilitätsunternehmen Greyp, ein Unternehmen, das vom deutschen Sportwagenriesen Porsche unterstützt wird. Laut einer Pressemitteilung von Cointelegraph planen auch die Camel Group und T-Mobile die Nutzung der Plattform. Neufund hat seit seiner Gründung im Jahr 2016 bisher 16 Millionen Euro (17,7 Millionen US-Dollar) verarbeitet.

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