Die FMA hat klargestellt, dass Smart Valor nicht berechtigt ist, in und aus Liechtenstein bewilligungspflichtige Finanzdienstleistungen zu erbringen. Die FMA hat in den letzten Wochen mehrere solcher Abmahnungen ausgesprochen. Liechtenstein mag Blockchain-freundlich sein, aber es ist sicherlich kein kryptowilder Westen.

Am 12. August berichtete ICO.li, dass Smart Valor mit Sitz in Zug eine von den Aufsichtsbehörden in der Schweiz und Liechtenstein zugelassene digitale Handelsplattform eingeführt hat. Nach Angaben auf der Website des Unternehmens betreibt es eine „lizenzierte Börse“. Die Finanzmarktaufsicht Liechtenstein (FMA) hat nun klargestellt, dass dies nicht der Fall ist und Smart Valor keine Genehmigung der FMA zur Erbringung von Finanzdienstleistungen hat.

Konkret lautet die offizielle Ankündigung der FMA:

„Die Finanzmarktaufsicht Liechtenstein (FMA) weist darauf hin, dass die Smart Valor AG, Vaduz, Registernummer FL-0002.596.088-9, nicht von der FMA zugelassen ist. Die Smart Valor AG ist nicht berechtigt, lizenzpflichtige Finanzdienstleistungen in und aus Liechtenstein zu erbringen. Insbesondere ist die Smart Valor AG keine „Lizenzierte Börse“, wie auf der Website https://smartvalor[dot]com/de/valor-platform angegeben.“

Die FMA hat mehrere Verwarnungen vor nicht zugelassenen Börsen ausgesprochen

Smart Valor ist in der Schweiz lizenziert und betreibt eine Tochtergesellschaft in Liechtenstein. Es bietet Anlegern weltweit eine integrierte Verwahrung, Handel und Brokerage. Das erste Angebot beinhaltete neun Krypto-Fiat-Handelspaare und das Unternehmen kündigte an, dass es zu einem späteren Zeitpunkt weitere Krypto-Währungen sowie Utility- und Security-Token einführen würde.

Die Plattform soll eine Lösung für Händler sein, die in einem regulierten Umfeld agieren wollen. In einer Pressemitteilung zur Einführung von Smart Valor wurde behauptet, dass die liechtensteinische Tochtergesellschaft die Genehmigung der FMA für den Betrieb einer Krypto-Börse erhalten habe. Smart Valor hat noch nicht auf die Stellungnahme der FMA reagiert.

Die Bekanntmachung der FMA folgt auf mehrere weitere ähnliche Warnungen in den letzten Wochen. Anfang dieses Monats stellte die FMA klar, dass Neufund keine Bewilligung zur Erbringung von Finanzdienstleistungen in Liechtenstein hat – im Widerspruch zu den Berichten verschiedener Medien. Die FMA hat auch angekündigt, dass die Liechtensteinische Kryptoassetbörse LCX von der FMA nicht bewilligt wurde und keinen Bewilligungsantrag bei der FMA gestellt hat.

Liechtenstein ist kein kryptowilder Westen

Liechtenstein strebt an, die erste Gerichtsbarkeit zu werden, die klare Gesetze und Vorschriften für eine Scheinwirtschaft schafft. Ziel ist es, Rechtssicherheit für Unternehmen und Investoren zu schaffen, was eine Voraussetzung für die Entwicklung eines funktionierenden Marktes ist.

Das Blockchain Act wird im Januar 2020 in Kraft treten und einen umfassenden Rechts- und Regulierungsrahmen für die Branche schaffen. Aber Gesetze zu haben, ist nur ein Teil des Puzzles; noch wichtiger ist, dass die zuständigen Institutionen diese Gesetze tatsächlich durchsetzen.

Die FMA spielt eine Schlüsselrolle im liechtensteinischen Finanzökosystem. Sie überwacht alle Finanzmarktteilnehmer, einschliesslich Krypto- und Blockchain-Unternehmen. Die FMA hat deshalb eine Fintech-Einheit lanciert, die sich insbesondere an die Branche richtet.

Laut der Website der FMA sind „Finanztechnologien eine Chance für Liechtenstein. Die FMA verfolgt den Ansatz, die Regulierung so zu nutzen und zu gestalten, dass etablierte Finanzdienstleister und neue Unternehmen ihre Geschäftsmodelle umsetzen können.“

Liechtenstein ist zwar Fintech-freundlich, aber keineswegs ein Wildwest für Krypto-Unternehmen, ganz im Gegenteil. Für jedes Blockchain-Unternehmen, das nach Liechtenstein umzieht, ist es daher von entscheidender Bedeutung, nicht nur über die richtigen Lizenzen zu verfügen, sondern auch deren Wortlaut bei der Kommunikation in der Öffentlichkeit oder durch Marketingmaterialien sorgfältig auszuwählen.

Eine Warnung der FMA hat zunächst einmal Reputationsfolgen. Verschiedene Mitglieder der liechtensteinischen Blockchain-Community haben bereits ihre Enttäuschung über die Kommunikation von Smart Valor zum Ausdruck gebracht. Bei schwerwiegenden Fehlverhalten oder Fehldarstellungen können Unternehmen jedoch auch mit hohen Bussgeldern oder sogar der vollständigen Stilllegung ihres Betriebs rechnen.

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*Aktualisierung auf unseren ursprünglichen Beitrag vom 11. Oktober 2019:

Inzwischen hat Smart Valor eine Klarstellung auf seiner Website veröffentlicht: https://news.smartvalor.com/regulatory-setup-of-smart-valor-in-liechtenstein/

Nach Angaben des Unternehmens:

  • Die SMART VALOR AG (Liechtenstein) betreibt eine Währungsbörse für Kryptowährungen, die auf Zahlungs- und Utility-Token beschränkt ist. Der aktuelle Umtausch fällt in die Kategorie der Wechselstube, die nicht von der FMA bewilligungspflichtig ist, aber dem liechtensteinischen Sorgfaltspflichtgesetz unterliegt.
  • Die SMART VALOR AG (Schweiz) ist aufgrund ihrer Mitgliedschaft im VQF, einem Verband der Finanzdienstleistungsnormen, einer von der FINMA beaufsichtigten schweizerischen Selbstregulierungsorganisation, als Finanzintermediärin tätig.

SMART VALOR hat seine Website unmittelbar nach der Warnung aktualisiert.

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