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Die Bank Frick feierte im vergangenen Jahr gerade ihren 20. Geburtstag und hat sich zu einer der bekanntesten Banken etabliert, die mit Blockchain in Verbindung gebracht werden. Mauro Casellini, Head of Blockchain and Payment Service Provider, beantwortet ausschließlich unsere Fragen darüber, wie sich die Bank positioniert hat, wie sie gewachsen ist und auch, was sie für ein Blockchain-Projekt benötigt, um eines der bewunderten Bankkonten zu eröffnen.

Mauro’s Start bei der Bank Frick

Ramona: Hallo Mauro, schön, dass wir Zeit gefunden haben ein Interview zu führen.

Mauro: Es freut mich sehr, dass ihr hier seid.

Ramona: Wir unterhalten uns ja heute über deine Arbeit bei der Bank Frick und was die Bank Frick mit den ganzen ICOs zu tun hat.

Mauro: Genau, ja.

Ramona: Mauro, erzähl mir doch mal, seit wann bist du denn bei der Bank Frick?

Mauro: Ich bin bei der Bank Frick, seit jetzt ziemlich genau 5 Jahren. Im November 2013 habe ich bei der Bank Frick gestartet.

Ramona: Hast du hier eine Lehre angefangen?

Mauro: Nein, ich bin nach dem Studium in der Schweiz in Graubünden von der Kantonalbank gekommen und nach dem Studium eingestiegen bei der Bank Frick.

Blockchain und Kryptowährungen

Ramona: Wann hast du den von der Blockchain zum Ersten Mal gehört?

Mauro: Zum ersten Mal gehört von der Geschichte Blockchain und Bitcoin, war 2011/2012 in meinem Studium. Da gab es einen Professor und er hat es damals schon sehr begeistert verfolgt. Und wie die meisten habe ich davon gehört und es sehr spannend gefunden. Jedoch habe ich es dann nicht mehr aktiv weiterverfolgt. Erst 2013/2014 habe ich mich aktiv damit beschäftigt.

Ramona: Und hast du auch selbst Kryptowährungen gekauft?

Mauro: Im sehr frühen Zeitpunkt leider nicht. Weil ich zwar sehr überzeugt von der Technologie war, und überzeugt war, dass sie etwas verändern werden, aber ich habe damals noch nicht verstanden, dass dieser Bitcoin selber, so stark werden könnte. Aber ich habe schon sehr lange daran geglaubt und dann auch gekauft. Jedoch für damals zu wenig und auch zu spät, für das was ich eigentlich gewusst hätte.

Ramona: Bist du eher am Traden mit denen Kryptowährungen oder behaltest du sie auf deinem Konto?

Mauro: Ich bin jetzt nicht der aktive Trader oder der, der in hunderten Projekten investiert ist. Für mich geht es um etwas anderes, nämlich darum, in Use-Cases für die Zukunft zu investieren. Ich will einfach Projekte, die überzeugen, die etwas bauen wollen, etwas entwickeln wollen. Die unterstütze ich sehr gerne von meiner Seite aus. Persönlich lese ich auch viel darüber. Ich bin jetzt nicht der, der zu viele Investments macht, sondern ich sehe mehr, wie wir als Bank hier aktiv mithelfen, gestalten, grösser machen und auch ein Projekt massentauglich machen. Und da ist es für mich nicht mehr relevant, ob jetzt ein Bitcoin 100,000 Franken wert ist, oder 5,000 Franken. Sondern für mich geht es darum, dass die Technologie genutzt wird von der breiten Masse.

Ramona: Also eher Blockchain und weniger Kryptowährungen?

Mauro: Die Kryptowährungen sind ja ein wichtiges Mittel, mit dem ein Token finanziert wird. Aber ja, mir geht es mehr um die Technologie und dem Use-Case-Asset.

Bank Frick und Blockchain

Ramona: Und bei der Bank Frick, ihr habt ja richtig aufgestockt. Wie viele Leute seid ihr denn im Moment?

Mauro: Im Moment sind wir circa zwischen 120-130 Leute. Im August 2017 waren wir glaub 75 und jetzt ein Jahr später bei 130. Das heisst es hat einen grossen Wachstum gegeben, und jetzt versuchen wir die Strukturen zu ebnen. Man muss aber sagen, all diese Einstellungen waren nicht nur wegen der Blockchain, sondern abhängig von vielen anderen Themen. Aber man muss als Bank mittlerweile einfach eine gewisse Grösse haben, damit man auch etwas Seriöses anbieten kann.

Ramona: Und wie viele Leute beschäftigen sich bei euch mit der Blockchain?

Mauro: Grundsätzlich kann man sagen, fast jeder von der Bank. Das ist ein Thema, das wir wirklich implementieren wollen. Natürlich haben manche Leute vielleicht fünf Minuten in der Woche damit zu tun, gewisse andere alle drei Wochen mal. Wir haben ein Kern-Team von 14 Leuten mit verschiedenen Gebieten, die sich fast ausschliesslich darum kümmern. Jeder muss allerdings die Technologie verstehen und auch, dass wir mit der Technologie etwas bezwecken wollen. Es ist eine Kerndienstleistung mittlerweile bei uns, aber wir bieten auch noch viel anderes an. Aber wir merken einfach, dass diese neue Technologie den Fortschritt weitertreiben kann und Prozesse optimiert.

Ramona: Das heisst, wenn man sich bei euch bewerben will, sollte man schon Grund-Erfahrungen mit Blockchain und Kryptowährungen haben?

Mauro: Wir nehmen Leute mit einer digitalen Affinität. Man kann keine Ahnung von Blockchain haben, weil das kann man ja alles lernen. Aber wenn man jetzt keine digitale Affinität hat, dann ist man hier schon am falschen Ort. Denn unser Ziel ist es eine digitale, agile und moderne Bank zu sein. Und das geht natürlich nicht mit sehr alten und analogen Einstellungen.

Ramona: Welche drei verschiedenen Blockchain-Teams gibt es denn bei euch?

Mauro: Es gibt drei Front-Teams, die mir direkt unterstellt sind. Zum einen das Team für Token Offerings und ICOs, das Team für Crypto Corporate, und die Broker Exchanges. Das sind jetzt aber nur drei der Front Bereiche. Dann gibt es noch Teams, die Zertifikate und strukturierte Produkte machen – auch die beschäftigen sich sehr aktiv mit der Blockchain. Im Team der Asset-Manager (Vermögensverwalter), haben wir auch ein Unterteam, die sich nur um die Kunden kümmern, die aus der Kryptowelt kommen und in die normale FIAT-Welt wollen. Es sind also viele Bereiche, die man von aussen nicht sehr sieht, also Beamte, die sich sehr stark um das Blockchain-Thema kümmern.

Ramona: Wann haben denn die ersten Anfragen bei euch begonnen?

Mauro: 2013 habe ich bei der Bank Frick gestartet und es sind sogar schon da die ersten Anfragen gekommen. Das war für mich auch ideal, da konnte ich der Geschäftsleitung zeigen, dass diese Leute da sind – allerdings hat es da noch nicht geklappt mit Kunden. Wir haben gemerkt, dass das Thema sehr speziell ist und wir erst selber das Know-How aufbauen müssen. Das haben wir dann gemacht und auch Strukturen gebildet. Somit haben wir dann schon 2015 die ersten Kunden gehabt, mit denen wir auch gewachsen sind, gelernt haben und uns dann entsprechend erweitert haben.

Ramona: Durch wen wurde das ganze Thema Blockchain initiiert?

Mauro: Grundsätzlich war das schon sehr stark von mir geprägt. Ich habe das sehr stark dem Verwaltungsrat und der Geschäftsleitung nahegelegt, dass es ein spannendes Thema ist und, dass das Payment in diese Blockchain-Richtung geht.

Ramona: Zu wie viel Prozent hat sich das denn gesteigert vom letzten Jahr auf dieses Jahr?

Mauro: Gut, letztes Jahr war ein sehr aktives Jahr. Das Jahr davor hat es sich schon sehr stark verändert. Wir hatten sehr viele Anfragen. Wir haben sehr viele Prozesse auch optimieren müssen. Zeitweise bekamen wir am Tag 150 Emails mit Anfragen und weiteren Emails.

Ramona: Wow, und wer liest das?

Mauro: Eben genau. Wir haben dann begonnen Fragebogen zu erstellen um einen gewissen Standard zu bekommen. Diese müssen ausgefüllt werden und man sieht dann sehr schnell, innerhalb von 5-10 Minuten, ob das Projekt gut ist. Dabei können wir bereits 70 % der Fälle ablehnen. Gründe für eine Ablehnung wären: die Jurisdiktion passt nicht, sie wollen es nicht so sauber machen wie wir, oder sie verstehen nicht was sie machen wollen. Und bei den restlichen 30 % von den Anfragen, weil wir lehnen ja 90 – 95 % der Anfragen ab, dauert es dann schon länger. Da geht es dann zum Teil 5 Stunden oder 15 Stunden um die Whitepaper zu lesen und um zu merken, in welche Richtung die Projekte gehen und was sie überhaupt wollen.

Ramona: Das ist dann ja eine sehr grosse Verantwortung, wenn man dann ein Projekt annimmt

Mauro: Das sehen wir auch so. Es muss ja auch aus regulatorischer Sicht sauber sein, es muss Know-Your-Customer-Pflichten erfüllen, also Kenne-deinen-Kunden, und es muss in Sachen Geldwäscherei sauber aufgestellt sein, dass auch keine Geldwäsche passiert. Das sind einfach Sachen, die uns sehr wichtig sind.

Bank Frick als Krypto-Bank

Ramona: Was macht denn die Bank Frick besser als andere Krypto-Banken, und gibt es überhaupt andere Krypto-Banken?

Mauro: Ja es gibt ein paar andere Krypto-Banken, zum Beispiel in der Schweiz und in Deutschland. Auch in anderen Ländern haben wir gehört, dass sie gewisse Sachen versuchen. Was wir jetzt besser machen als andere Banken, aus meiner persönlichen Sicht ist, dass wir es versuchen von Anfang an richtig zu machen. Vor allem bei den ganzen Geschichten mit Sorgfaltspflicht, und Geldwäsche. Das ist für uns das Allerwichtigste. Wir wollen keine Cases haben, die auch nur annähernd schmutziges Geld haben, oder die Geldwäsche fördern könnten, und die auch nicht weit genug gehen in Sachen KYC gehen. Dies führt dann schlussendlich auch zu der hohen Ablehnungsquote von über 90 %, die natürlich auch den Kundenberater schmerzt, denn manches ist auch spannend, aber am Schluss überwiegt die Sauberkeit eines Cases. Wir haben hier einen Ruf, den wir aufgebaut haben und den wollen wir festhalten – wir machen es richtig und wir machen es seriös.

Ramona: Glaubt ihr denn auch an die Projekte, die ihr annehmt?

Mauro: Auf jeden Fall. Das finde ich auch sehr wichtig, dass wir davon überzeugt sind, dass die Projekte funktionieren, denn nur dann macht es Sinn. Weil ich als Bank verdiene ja auch Geld beim Kunden, wenn der erfolgreich ist. Wenn das Projekt keinen Umsatz macht, verdiene ich auch nichts dran.

Schritte um ein Bankkonto zu eröffnen

Ramona: Welche Schritte muss denn ein ICO noch gehen, damit es von euch angenommen wird? Wir haben ja schon gehört, alles genau angeben, KYC, viele Dokumente, gibt es sonst noch irgendwas, was ein ICO beachten muss?

Mauro: Grundsätzlich gesehen arbeiten wir gerne mit denen, bei denen wir den Anwalt schon kennen und wissen wer involviert ist, und die benötigte Erfahrung hat – zum Beispiel wenn jemand schon Erfahrung mit Security Token Offerings hat. Es ist wichtig, dass der Anwalt dann weiss was er tut, sonst passt es nicht. Sobald die Cases speziell sind und nicht mehr nur Standard, wollen wir auch das OK von den Finanzmarktaufsichten haben, also am Beispiel von Liechtenstein von der FMA, oder bei der Schweiz von der FINMA. Wir wollen einfach sehen, dass dieses Projekt in dieser Form genauer angeschaut worden ist und passt, und es sauber ist.

Ramona: Wird es denn in Zukunft auch einen Frick-Coin geben?

Mauro: Schwierig zu sagen was genau auch ein Frick-Coin sein könnte. Er könnte ja ein Partizipationsschein sein, er könnte ja eine Aktie sein, er könnte aber auch Stable-Franken oder -Euro sein. Sicher überlegen wir uns Sachen, was wir selbst in diese Richtung anbieten wollen. Viel macht aus meiner Sicht für die Bank allerdings kurzfristig noch nicht Sinn. Es sind sicherlich Überlegungen da und es wird sehr wahrscheinlich in Zukunft viel passieren. Wir werden auch viele neue Dienstleistungen anbieten. Aber ob jetzt ein Frick-Coin dabei ist, kann ich noch nicht sagen.

Ramona: Glaubst du, dass die Kurve der Anfragen der ICOs weiter nach oben geht? Denn insgesamt gesehen, gehen ICOs ja eher zurück. Aber Regulierungen wollen die Leute ja.

Mauro: Das ist ja genau das Spannende. Das klassische ICO, das einen Utility-Token macht, geht stark zurück. Auf der anderen Seite, wenn es um regulierte Produkte geht, wie Security Token (Aktien, Obligationen, Anleihen-Scheine, etc.), da sind die Anfragen sehr stark im Steigen. Alle beschäftigen sich momentan damit, wir allerdings noch nicht aktiv. Das wird für 2019 in Q1 und Q2 geplant. Das ist wirklich spannend zu sehen, wie das alles im Markt angekommen ist, dass es sauber sein muss, dass es reguliert sein muss. Und Leute beschäftigen sich damit, sie kommen dann auch auf uns zu und sagen: Könnt ihr uns helfen, dieses Produkt regulatorisch sauber abzubilden?

Ramona: Kommen denn dann Projekte eher am Anfang oder eher später zu euch?

Mauro: Idealerweise am Anfang. Aber es gibt wirklich alles. Es gibt dann auch welche, die kommen und sagen, dass sie nächste Woche mit dem ICO starten wollen, dann müssen wir sagen, nicht mit uns. Und es gibt auch diejenigen, die sagen, sie hätten keine Ahnung und dann kann man sie auch mit Beratern zusammensetzen und vermitteln sie auch mit Unternehmen in der Nähe die ihnen weiterhelfen können.

Ramona: Also eigentlich sollte man dann am Anfang eher viel Arbeit reinstecken, damit man nachher nicht mehr so viel tun muss.

Mauro: Auf jeden Fall, dass auch alles sauber ist und einem das Geschäft nachher nicht auf den Kopf fällt.

Ramona: Weil man kann ja auch nachher noch das KYC machen, nur ist das dann viel schwieriger.

Mauro: Ja, und es wird dann auch doch kritisch bei so Sachen wie dem Reverse-KYC. Das ist für uns überhaupt keine Option. Wird es nicht von Anfang an richtig gemacht, haben wir ein Problem.

Ramona: Für wie viele ICOs habt ihr denn schon ein Bankkonto bereitgestellt?

Mauro: Das ist eine gute Frage.  Das weiss ich jetzt nicht so genau, um was sich die anderen Kollegen da aktiv kümmern. Aber ich würde sagen, auch mit den historischen Cases, sind wir da sicher bei mehr als 30-40. Es ist ja doch sehr restriktiv gewesen. Wir haben hunderte von Anfragen erhalten und wir haben wirklich sehr, sehr viele abgelehnt und uns für nur sehr wenige Cases entschieden, die aus unserer Sicht auch Sinn machen, sauber sind, und so aufgestellt sind, wie sie es sein sollten.

Dauer der Formalitäten

Ramona: Wie lange dauert das bei euch, bis ein Projekt angenommen wird und das Bankkonto dann steht?

Mauro: Also grundsätzlich: wenn man die erste Phase besteht, und wenn schon viele Sachverhalten draussen sind, geht es dann darum, was der Kunde für Unterlagen ausfüllt und uns die Fragebogen gibt. Also wenn alles richtig ausgefüllt ist, dann haben wir das Konto in 1 ½ – 2 Wochen offen. Es dauert aber oft länger, und ist ein Ping-Pong Spiel zwischen den Kunden und uns, wenn gewisse Unterlagen einfach noch nicht genau genug ausgefüllt sind. Dann kann es doch zwischen 4 und teilweise 8 Wochen dauern bis ein Konto steht. Das sind dann aber wirklich mehr diejenigen, die die Unterlagen nicht so ausgefüllt haben, wie wir es gerne hätten. Wir hatten letztens einen super Fall, ein ICO, das wir in 5 Arbeitstagen ge-onboardet haben – es war alles perfekt ausgefüllt. Die wussten genau, was es bedeutet, die Formulare korrekt auszufüllen. Also man kann doch sehr schnell sein mit uns. Aber dadurch, dass doch sehr viele dieser Unternehmen technisch geprägt sind, und nicht finanzmarktmässig, haben sie zum Teil Mühe, diese Unterlagen korrekt auszufüllen.

Ramona: Bekommen sie denn dann auch Unterstützung von euch, oder müssen sie das selbst alles ausfüllen?

Mauro: Da helfen wir auch mit. Aber bei gewissen Fragen dürfen wir aus regulatorischen Aspekten gar nicht mithelfen und da müssen sie sich halt andere Hilfe von Anwälten oder anderen Parteien holen. Und das verzögert das Ganze dann doch sehr häufig und sehr stark.

Zukunftschancen

Ramona: Das kann ich mir vorstellen. Denkst du denn, dass die Blockchain der Heilige Gral für die Zukunft ist?

Mauro: Nein. Also es ist sicher eine Technologie, die für die Zukunft vieler Cases sehr spannend sein kann, aber aus meiner Sicht ist sie definitiv nicht der heilige Gral. Was ich sehr spannend finde, ist, dass sich durch die Blockchain-Geschichte viele Menschen für die Technologisierung zu interessieren beginnen. Und sie sprechen dann plötzlich davon, dass man dieses und jenes noch auf die Blockchain hochladen könnte. Aber es ist schon mal ein guter Schritt, dank der Bitcoin und Blockchain, dass viele verstanden haben, dass man von den aktuellen Systemen weg muss und dass moderne Unternehmen digitaler werden müssen.

Ramona: Und welche Zukunfts-Chancen beinhaltet die Blockchain für Liechtenstein selber?

Mauro: Ich bin der Meinung, dass sie für Liechtenstein sehr viele Chancen bietet. Vor allem wegen dem Blockchain-Gesetz und der Vertokenisierung von Gegenständen, da sie regeln, was drinnen stehen soll und mit welcher Information sie was repräsentieren. Und wir haben auch sehr viele Anfragen von sehr vielen internationalen Unternehmen, wo wir auch sagen, wir wollen etwas in die Richtung umsetzen und wie können wir das machen. Wie können diese Unternehmen uns in Liechtenstein unterstützen? Ich finde das sehr spannend, wenn man zum Beispiel von anderen Ländern spricht und die jetzt plötzlich schauen, was Liechtenstein da macht. Und versuchen auch das Gesetz, das wir jetzt da im Aufbau haben anzupassen, oder zu kopieren, oder gewisse Sachen zu ändern. Und das finde ich interessant. Weil Liechtenstein hier wirklich Vorreiter sein könnte, das wäre wirklich sehr schön.

Ramona: Also die ganze Welt blickt jetzt eigentlich auf Liechtenstein im Moment?

Mauro: Ja, viele blicken auf Liechtenstein.

Ramona: Und jetzt warten wir wahrscheinlich darauf, dass die EU dann ein neues Gesetz rausbringt, und wir müssen uns dann wieder anpassen?

Mauro: Genau, da bin ich schon sehr gespannt. Und das finde ich das Gute für Liechtenstein. Sie haben nicht einfach nur irgendein Gesetz gemacht und sind nicht irgendeiner EU-Regulierung verpflichtet, Sorgfaltspflichten und auch das Finanzrecht müssen nicht geändert werden. Alles wird schön mit den bestehenden Gesetzen ergänzt. Und ich bin wirklich gespannt was Europa macht und hoffe, dass sie das alles sauber lösen, dass sie die Technologie nicht blockieren und es einfach so abwickeln können, dass ein sauberes Business gemacht wird.

Ramona: Super, dann bedanke ich mich für das tolle Interview!

Mauro: Danke dir, war sehr angenehm!