Der diesjährige CV-Gipfel im Crypto Valley war anders als in den Vorjahren. Die Projekte waren professioneller und ausgereifter. Der Schweizer Finanzminister versprach schnelle und klare Regelungen. Einen Monat später, was können wir davon lernen?

Letzten Monat, am 27. März, dem gleichen Tag, an dem Liechtenstein sein Finance Forum in Vaduz veranstaltete, fand in Zug, Schweiz, der CV Crypto Valley Summit statt. Das halbjährliche Treffen zog mehr als 1.000 Teilnehmer an, darunter führende Politiker, Investoren, Start-ups und Unternehmen.

Früher bekannt als „Blockchain Summit – Crypto Valley“, heisst die Veranstaltung heute CV Summit. Auf die Frage, warum das Wort „Blockchain“ aus dem Namen gestrichen wurde, sagte Mathias Ruch, CEO von Crypto Valley Venture Capital und Organisator der Veranstaltung, es sei Teil einer grösseren Umbaumassnahmen-Kampagne.

Das Thema der Veranstaltung war „BUIDL“, ein Wortspiel zum Begriff „HODL“, das darauf hindeutet, dass es für den Markt an der Zeit ist, auf die nächste Ebene zu wechseln.

Krypto-Frühling vor unseren Türen

Die Stimmung auf dem Gipfel war positiv, und trotz des jüngsten Bear Markets erwarten die Veranstaltungsteilnehmer eine strahlende Zukunft. In einem Interview mit CNN Money Switzerland spricht Mathias Ruch von einem Krypto-Frühling: „Krypto-Frühling bedeutet, dass die nächste Stufe der Blockchain-Entwicklung direkt vor unseren Türen liegt“, sagt Ruch.

Er erklärte, dass die Menge auf dem diesjährigen Gipfel anders sei als in den Vorjahren. Projekte, die jetzt kommen, sind vorfinanziert, sie verfügen oft über eine Risikokapitalfinanzierung oder zumindest über eine Angel-Finanzierung, sie sind ausgereifter und haben richtige Geschäftspläne, nicht nur ein dreiseitiges Whitepaper.

Und nicht nur Start-ups kommen. Zu den Teilnehmern der Veranstaltung gehörten internationale Unternehmen, die mehr über die Technologie erfahren und Möglichkeiten erkunden wollten.

Ruch erklärt, dass Unternehmen den aktuellen Stand der Blockchain-Technologie als Einstiegspunkt sehen. Für sie ist zwar klar, dass sich die Blockchain auf ihre Geschäftsmodelle auswirken wird, aber die Frage ist eher, wie man Ressourcen zuteilt und was sind die besten Anwendungsfälle. 

Finanzminister kündigte schnelle und klare Regelungen an

Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die Rede von Ueli Maurer, Schweizer Finanzminister. Maurer betonte, dass die Regelungen für den Blockchain-Bereich schnell und klar festgelegt werden müssen.

Das passte gut zum Publikum. In letzter Zeit haben der Privatsektor und auch die Crypto Valley Association der Regierung vorgeworfen, zu langsam zu sein und nicht mit den breiteren regulatorischen Entwicklungen in Europa und weltweit Schritt zu halten.

Maurer wandte sich an die Blockchain-Community am CV-Gipfel, nur wenige Tage nachdem der Bund einen Blockchain-freundlichen Beratungsprozess eingeführt hatte. Zudem hat das Parlament Anfang des Monats für weitere Krypto-Regulierungen gestimmt, was bedeutet, dass der digitale Austausch von der FINMA als Finanzinstitut reguliert werden sollte.

Maurer verwies auf diese Entwicklungen und wies darauf hin, dass das, was vom Parlament vorgeschlagen wurde, im Umfang, den von der Regierung zuvor geplanten Gesetzesänderungen überlegen ist.

Er lud auch den Krypto- und Blockchain-Sektor ein, der Regierung neue Ideen zu präsentieren, und sagte: „Unsere Türen sind offen.“ Und das ist wahrscheinlich mehr als nur Rhetorik. Die Schweizer Regierung war in den letzten Jahren Blockchain-freundlich, und es scheint, dass der Gesetzgeber die Notwendigkeit erkennt, weiter voranzuschreiten.

Insgesamt hat der Gipfel gezeigt, dass die Schweiz auf dem richtigen Weg ist. Die Schweiz ist nicht der richtige Ort für jedes Blockchain-Startup, auch nicht wegen der hohen Lebenshaltungskosten. Aber für Unternehmen, die ein professionelleres Umfeld suchen, ist das Crypto Valley sicherlich eine Alternative.

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