Die Liechtenstein Cryptoassets Exchange (LCX) hat einen IEO mit Liquid.com durchgeführt, bei welchem der Token seit dem 1. Oktober gelistet ist. LCX hat grosse Pläne, aber eine aktuelle FMA-Erklärung zeigt an, dass es zu Verzögerungen kommen könnte.

Regierungen auf der ganzen Welt beschäftigen sich zunehmend mit Krypto-Vorschriften. Liechtenstein hat gerade das Blockchain-Gesetz verabschiedet, das von Branchenführern auf der ganzen Welt begrüsst wurde. Inzwischen hat die Bundesregierung ihre offizielle Blockchain-Strategie veröffentlicht und angekündigt, bis Ende dieses Jahres Gesetzesänderungen zu erarbeiten.

Da die Regierungen Rechtssicherheit für Blockchain-Unternehmen und Investoren schaffen, ist der Grundstein für die Entstehung einer regulierten Kryptoindustrie gelegt. Ein regulierter Austausch wird Teil dieses Ökosystems sein, und die ersten Versuche laufen: Als erste regulierte Börse hat die Börse Stuttgart Anfang des Monats eine Krypto-Handelsplattform in Deutschland eingeführt. Sowohl die führende Schweizer Börse SIX als auch die Deutsche Börse arbeiten ebenfalls an digitalen Plattformen.

Liechtenstein, ein globaler Vorreiter bei der Blockchain-Regulierung, hofft, dass die Liechtenstein Cryptoassets Exchange (LCX) zu einem Vorreiter im Raum wird. LCX ist ein Blockchain-Ökosystem für professionelle Investoren, das sich zum Ziel gesetzt hat, eine der weltweit ersten lizenzierten und beaufsichtigten Blockchain-Banken zu werden, die traditionelle und Krypto-Assets kombinieren. Bei erfolgreicher Einführung wird die Börse ein integraler Bestandteil des liechtensteinischen Blockchain-Umfeldes sein.

LCX hat ein IEO mit Liquid.com durchgeführt

Anfang dieses Monats startete LCX ein Initial Exchange Offering (IEO) des LCX Token („LCX“) mit der globalen Kryptowährungsplattform Liquid.com („Liquid“). Ein IEO ist im Prinzip dasselbe wie ein ICO, wobei der Unterschied in der Rolle der Börse liegt, die durch die Durchführung der Sorgfaltspflicht als Gatekeeper fungiert.

Das IEO startete am 13. September und lief zehn Tage lang. Seit dem 1. Oktober ist der Token auf Liquid.com gelistet. Der LCX-Token wurde als Utility-Token entwickelt und wird im Blockchain-Ökosystem von LCX verwendet, um Gebühren im Zusammenhang mit den von der LCX AG angebotenen Diensten, wie z.B. dem Abonnement des LCX-Terminals, und Börsentransaktionsgebühren zu zahlen.

Laut einer Pressemitteilung hat sich LCX für die Durchführung eines IEO mit Liquid entschieden, weil „beide Unternehmen eine ähnliche Vision haben und eng mit etablierten Unternehmen der Finanzindustrie, Banken und Aufsichtsbehörden zusammenarbeiten – mit dem Ziel, in einem Sektor, in dem Regulierung, Sicherheit und Compliance knapp sind, mit gutem Beispiel voranzugehen“.

FMA sagt, dass LCX in Lichtenstein nicht lizenziert ist

Anfang des Jahres hat LCX das LCX Terminal auf den Markt gebracht, ein Trading Desk zum Handel und zur Verwaltung von Krypto-Assets an mehreren Krypto-Währungsbörsen. Weitere Produktangebote wie ein Krypto-Custodian-Service und eine regulierte Security-Token-Börse sind in Vorbereitung. LCX plant auch die Einführung mehrerer Security Token Angebote über seine Plattform LCX Assets.

Es scheint jedoch, dass LCX noch nicht alle regulatorischen Anforderungen erfüllt. Die Finanzmarktaufsicht Liechtenstein (FMA) informiert auf ihrer Website: „Die LCX AG [….] ist von der FMA nicht lizenziert und hat keinen Bewilligungsantrag bei der FMA gestellt, weshalb der Betreiber der Website www.lcx.com keine nach liechtensteinischem Recht bewilligungspflichtigen Finanzdienstleistungen erbringen darf.“

Laut Website des Unternehmens ist LCX dabei, eine OTF/MTF-Lizenz unter MIFID II und eine Banklizenz nach dem liechtensteinischen Bankengesetz zu beantragen. Auf die Frage nach einer Stellungnahme erklärte LCX-CEO Monty Metzger, dass alle guten Dinge Zeit brauchen. „Wir haben uns entschieden, alle FMA-Anträge detailliert vorzubereiten, auch wenn das bedeutet, dass wir mehr Zeit benötigen könnten“, sagte er.

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