Die liechtensteinische Verwaltung stellt auf digitales Dokumentenmanagement um. Ziel ist die Digitalisierung der gesamten Verwaltung bis 2023. Letzte Woche berichtete die Regierung über einen weiteren erreichten Meilenstein.

Diese Woche gab die Regierung bekannt, dass die Generalsekretäre der Ministerien seit dem 21. September auf das digitale Dokumentensystem „LiVE“ umgestellt haben. Das bedeutet im Wesentlichen, dass die Regierung nun digitale Originale verwendet, so dass alle Dokumente in einem digitalen Format gespeichert werden können, ohne ein physisches Original zu behalten.

15 administrative und diplomatische Einheiten des Landes haben bereits auf das neue System umgestellt. Die übrigen Verwaltungsstellen, die noch auf die physische Dokumentationsverwaltung angewiesen sind, werden später ebenfalls auf digital umstellen. Ziel ist es, bis 2023 die gesamte Verwaltung zu digitalisieren.

Digitale Originale ersetzen physische Originale

Die Digitalisierung von Verwaltungsprozessen bringt eine Reihe von Vorteilen. Geschwindigkeit und Effizienz steigen, die Kosten sinken deutlich. Durch ein vernetztes digitales System wird auch die Dokumentation besser nachvollziehbar und die einzelnen Verwaltungseinheiten können effektiver zusammenarbeiten.

Um LiVE in alle Prozesse zu integrieren, wird jedes Dokument, das in der Verwaltung ankommt, zunächst gescannt und dann rechtssicher im System gespeichert. Das bedeutet, die Dokumente werden zu „digitalen Originalen“ und ein physisches Dokument wird nicht mehr benötigt, um die Originalität der Dokumente zu überprüfen. Ausgehende Dokumente benötigen keine physische Unterschrift mehr. Stattdessen reicht das digitale Original aus, um seine Rechtsgültigkeit zu beweisen.

Auch die liechtensteinische Regierung hat Anfang dieses Jahres die offizielle digitale Signatur eingeführt. Sie macht signierte Dokumente sicherer als eine physische Unterschrift, da sie schwieriger zu kopieren ist.

Das E-Government-Gesetz liefert die rechtliche Grundlage

Teil der Digitalisierung der liechtensteinischen Verwaltung ist die Anpassung des E-Government-Gesetzes, das die rechtliche Grundlage für digitale Verwaltungsprozesse bildet. Das Parlament hatte bereits in der ersten Anhörung im Juni über diese Gesetzesänderungen beraten. Der Landtagsabgeordnete Rainer Beck sagte damals: „Digitale Dienstleistungen und Verwaltungsabläufe anzubieten, ist nur dann effizient, wenn eingehende digitale Dokumente in digitale Workflows integriert sowie digital gespeichert, bearbeitet, analysiert und finalisiert werden können.“

Ein weiterer entscheidender Aspekt ist die Realisierung des so genannten „once-only“-Prinzips, d.h. Daten müssen nur einmal und nicht mehrfach bereitgestellt werden. Die Bundestagsabgeordnete Gunilla Marxer-Kranz kommentierte auf der lokalen Nachrichtenseite Vaterland.li: „Bürger und Unternehmen müssen Daten nicht noch einmal senden, wenn sie bereits einmal gesendet wurden. Dies führt zu weniger Bürokratie und mehr Sicherheit.“

Die Digitalisierung der Verwaltung wird Jahre dauern

Die Digitalisierung der Verwaltung wird ein langwieriger Prozess sein, der Jahre dauern und mit einem erheblichen Preis verbunden sein wird. Langfristig gesehen rechtfertigen die Effizienzsteigerungen und der Bürokratieabbau die Ausgaben jedoch mehr als.

Premierminister Adrian Hasler sagt, dass die Regierung plant, nicht nur das interne Verwaltungssystem, sondern auch alle von der Regierung erbrachten Dienstleistungen zu digitalisieren. Dieser Prozess hat bereits begonnen, da die Regierung nun die eID für Bürger zur digitalen Identifizierung und digitale Führerscheine bereitstellt, die schließlich auch in ganz Europa gültig sein werden.

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