Kinderschutz.li und Pro Juventute starten eine Reihe von Workshops, um Kindern den Umgang mit digitalen Werkzeugen und die Nutzung des Internets beizubringen. Von Cybermobbing über Datenschutz und verantwortungsvolle Mediennutzung.

Trotz der Vorteile bringen digitale Technologien auch Risiken mit sich. Die meisten von ihnen sind neue Risiken, mit denen wir noch nicht umzugehen wissen. Eines dieser Risiken besteht darin, dass die Menschen nicht wissen, wie sie mit digitalen Medien richtig umgehen sollen, und das gilt insbesondere für Kinder.

In der Schweiz und in Liechtenstein verbringen Kinder im Alter von 12 bis 19 Jahren durchschnittlich zwei Stunden pro Tag mit dem Surfen im Internet. Am Wochenende sind es im Durchschnitt bis zu drei Stunden. Kinder im Alter von sechs bis 13 Jahren nutzen das Internet mindestens einmal pro Woche und diese Zahl ist seit 2015 um 50 Prozent gestiegen.

Im Prinzip ist es nicht schlimm, wenn Kinder das Internet und soziale Medien nutzen. Ganz im Gegenteil, es ist wichtig, dass Kinder von klein auf lernen, mit digitalen Werkzeugen umzugehen. Ihre digitalen Fertigkeiten werden ihr Leben und ihre Zukunftschancen auf dem Arbeitsmarkt erheblich beeinflussen. Ihre Eltern sind jedoch gänzlich ohne digitale Tools aufgewachsen, was es für sie schwierig macht, ihren Kindern den Umgang mit digitalen Werkzeugen beizubringen und mit der enormen Informationsflut umzugehen. Die Folgen können eine ernsthafte Herausforderung sein.

Lehrer und Eltern drängen auf mehr digitale Bildung

Cybermobbing, Medienabhängigkeit und der Zugang zu Inhalten für Erwachsene können das Leben von Kindern massiv negativ beeinflussen. Deshalb müssen Eltern wissen, wie sie ihren Kindern Zugang zu digitalen Applikationen verschaffen können, ohne sie diesen Risiken auszusetzen.

Die in Liechtenstein ansässige Organisation Kinderschutz.li hat nun in Zusammenarbeit mit Pro Juventute das Programm „Medienprofis“ ins Leben gerufen. Die Idee ist, eine Reihe von Workshops in Schulen zu organisieren, um Kindern den verantwortungsvollen Umgang mit Smartphones und dem Internet beizubringen.

 „Die Nutzung von WhatsApp, Tiktok, Snapchat und YouTube ist ein wichtiges Thema zu Hause und in der Schule“, sagt Joelle Loos von Kinderschutz.li in der Lokalzeitung Vaterland.li. Eltern und Lehrer haben wiederholt zum Ausdruck gebracht, wie wichtig Medienkompetenz für ihre Kinder sind.

Eine Reihe von Workshops

Da das Thema komplex ist, hat sich Kinderschutz.li mit der Schweizer Jugendorganisation Pro Juventute zusammengetan, die seit mehr als zehn Jahren aktiv Medienkompetenz vermittelt. Pro Juventute hat auch das Programm Medienprofis lanciert.

Die Workshops beginnen in der dritten Klasse und finden direkt in den Schulen statt. Experten von Pro Juventute moderieren die Workshops, die in vier separate Vorträge aufgeteilt sind. Kernthemen sind Cybermobbing, Datenschutz und die intensive Nutzung digitaler Tools – für ältere Kinder ist auch der verantwortungsvolle Umgang mit Geld im Internet enthalten.

„Wir legen Wert auf Prävention. Wir zeigen Kindern an praktischen Beispielen, wie ihre Online-Aktivitäten Konsequenzen haben können und suchen nach guten Lösungen“, sagt Daniel Betschart von Pro Juventute.

Zu lernen, wie man digitale Tools richtig einsetzt, ist eine generationenübergreifende Herausforderung. Die jüngsten Mitglieder der Gesellschaft sind am stärksten gefährdet und diejenigen, für die die Digitalisierung die größte Chance bietet. Es ist daher gut, dass einige Organisationen die digitale Bildung vorantreiben.

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