Ein Team von Blockchain-Experten und Unternehmern hat ein Blockchain-Beschleunigerprogramm im Crypto Valley gestartet. Ziel ist es, Expertise und Zugang zu einem globalen Netzwerk zu bieten.

Blockchain Propulsion hat einen neuen Blockchain-Beschleuniger im Crypto Valley eingeführt. Hinter dem Programm steht ein Team von Blockchain-Unternehmern, die Start-ups mit ihrem Fachwissen unterstützen. Das Programm ist nun für Anwendungen offen. Das Projekt wird vom Kanton Uri und den Kanton Zug sowie Switzerland Global Enterprise und Swissnex unterstützt, bekommt aber keine Geldmittel von diesen Organisationen

Zugang zu einem globalen Netzwerk, das für das Fundraising hilfreich ist

Die Gründer des Programms haben vor acht Monaten mit der Arbeit an dem Konzept begonnen. CEO Stefan Deiss sagt, es sei nicht einfach gewesen, die richtigen Partner zu finden, die das Programm unterstützen. Zum Team gehören Experten und Unternehmer aus verschiedenen Ländern, was die globalen Ziele des Programms zeigt.

Der Beschleuniger hat seinen Hauptsitz im Crypto Valley und betreibt „Propulsion Hubs“ in der Schweiz, Brasilien, den VAE, Indien und China. Das Team plant auch die Expansion nach USA, Singapur, Südkorea und Japan.

Stefan Deiss sieht in dem globalen Netzwerk von Krypto-Hedgefonds und internationalen Investoren einen wichtigen Differenzierungsaspekt des Programms. Damit liegt er nicht falsch. Gerade beim Fundraising helfen globale Verbindungen.

Die Beschaffung von Geldern vor Ort, insbesondere in Europa, hat für viele STOs und ICOs in letzter Zeit nicht allzu gut funktioniert. Im ersten Quartal 2019 waren die VAE die führende Gerichtsbarkeit für Krypto-Fundraising, gefolgt von den Kaimaninseln, Singapur und Hongkong. Die Beschaffung von Geldern in einem dieser Länder wird ohne Verbindungen schwierig sein. Die internationale Ausrichtung von Propulsion könnte daher von Vorteil sein, insbesondere für Start-ups, die grössere Summen aufbringen wollen.

Immer offen für Anwendungen statt chargenweisem Roll-out

Ziel des Programms ist es, in den nächsten fünf Jahren 100 Blockchain-Projekte in 15 bis 18 Hubs auf der ganzen Welt zu integrieren. Im Gegensatz zu anderen Beschleunigerprogrammen bietet Propulsion keinen Zugang zu einem festen Stapel von Projekten, sondern ist an Bord. Deiss erklärt, dass Propulsion strenge Onboarding-Kriterien hat und auf Qualität statt Quantität achtet.

Bisher hat Propulsion drei Start-ups übernommen: 88 InsurTech, OriginalMy und Polo Multimodal Pecem – The Smart City Chain.

Rodrigo Ventura, Gründer und CEO von 88 InsurTech, kommentiert: „Durch das unternehmerische Programm von Blockchain Propulsion und das starke Partner-Ökosystem profitiert 88i von Nischenexpertise für seine Fintech-Lizenzanwendung in der Schweiz und den Zugang zu den Propulsion Hubs weltweit.

Expertise und Vernetzung, aber keine direkte Finanzierung

Der Beschleuniger bietet keine direkten monetären Anreize. Das Programm selbst erhält auch keine Mittel von seinen Geldgebern. Deiss erklärt, dass Propulsion den Aufbau einer langfristigen Beziehung anstrebt, anstatt nur das Frühstadium zu unterstützen. Propulsion will beim Aufbau und der Skalierung des Betriebs helfen.

Als Gegenleistung für die Bereitstellung ihrer Expertise wird das Programm „bestimmte Gebühren“ erheben, sagt er, zum Beispiel eine Erfolgsgebühr für die eingeworbenen Mittel, die zwischen zwei und fünf Prozent liegt.

Obwohl Fachwissen und Vernetzung jedem Unternehmen grosse Vorteile bringen können, ist die Finanzierung einer der Hauptgründe, warum Startups sich für Beschleunigerprogramme bewerben. Anfang dieses Monats starteten CV-Labors ihr Inkubatorprogramm, das Blockchain-Projekte mit einer Finanzierung von bis zu 125.000 US-Dollar und Zugang zu mehr als 70 Mentoren anbietet. Die meisten Startups werden zuerst an ihre Tür klopfen.

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