Dr. Martin Angerer, Assistenzprofessor im Lehrstuhl für Finance, stellt zum ersten Mal den neuen Zertifikatstudiengang „Blockchain und FinTech“ an der Universität Liechtenstein vor. Der Studiengang soll besonders eine anwendungsorientierte Vermittlung von Blockchain, FinTechs und Kryptowährungen beleuchten und ein umfassendes Bild der Thematik herstellen. Dabei werden 5 verschiedene und anwendungsorientierte Module über 4 Monate hinweg gelehrt, um die Studierenden auf die Herausforderungen der sich verändernden Arbeitswelt im Finanzsektor vorzubereiten. Anmeldungen sind noch bis zum 5. Februar möglich!

Ramona: Wie nah sind Sie als Universität und Forschungseinrichtung an der Praxis?

Dr. Angerer: Viele traditionelle Finanzinstitute und -dienstleistungen wurden durch die rasante technologische Entwicklung und der Digitalisierung auf dem falschen Fuss erwischt und haben Marktanteile zugunsten von jungen FinTechs eingebüsst. Wir beobachten eine ähnliche Entwicklung bei dem Thema Blockchain, welches heute noch zu sehr mit Krypto-Währungen in Verbindung gebracht wird und nicht mit der eigentlichen Disruption: der Blockchain Technologie.

Wir arbeiten sehr eng mit Blockchain Start-Ups zusammen und stehen in enger Verbindung mit der Blockchain Community als auch mit traditionellen Finanzinstituten. Dies hilft uns die spezifischen Trends frühzeitig zu erkennen und bspw. durch unsere Eventserie «Blockchain in Finance» oder unseren Zertifikatsstudiengang «Blockchain und FinTech» als aktiver Teil der neuen und alten Welt mitzuwirken, zu informieren und eine Informationsplattform für alle Interessierten zu bieten. Der Standort Liechtenstein und die aktive Förderung der Blockchain durch die Politik trägt des Weiteren zu der Verzahnung zwischen Forschung und Praxis bei.

Ramona: Worin bestand der Ursprung einen Zertifikatsstudiengang anzubieten und welche Themen werden behandelt?

Dr. Angerer: Wir haben erkannt, dass es ein grosser Bedarf nach strukturierten Weiterbildungsangeboten besteht und hochqualitative Lehrinhalte rund um das Thema Blockchain und FinTechs kaum angeboten werden. Wir vermitteln ein breit angelegtes Spektrum an Wissen in den Bereichen Tokenisierung, Crypto Asset-Management sowie rechtliche und steuerliche Themen. Der Studiengang greift dabei auch auf Referenten aus der Praxis zurück, um einen deutlich tieferen Einblick in die Themengebiete zu bekommen.

Ramona: Für wen ist der Studiengang besonders geeignet, wie viele Vorkenntnisse muss man mitbringen und wie wäre dieser strukturiert?

Dr. Angerer: Grundsätzlich richtet sich der Zertifikatsstudiengang an alle, die Interesse an diesen neuen technologischen Themen haben, insbesondere an Professionals aus dem Finanzsektor- Steuer- und Rechtssektor mit mehrjähriger beruflicher Erfahrung und hohem Verständnis für Innovation.

Ramona: Wann startet der Studiengang und bis wann kann man sich noch anmelden?

Dr. Angerer: Die Anmeldungsfrist wurde gerade auf den 5.2. verlängert, da wir noch wenige Restplätze anbieten können.  Der Studiengang startet am 14. Februar 2019.

Ramona: Mit welchen Kosten kann ich rechnen, wenn ich mich für den Studiengang anmelde?

Dr. Angerer: Die Standard Studiengebühren für den gesamten Studiengang betragen CHF 9 800.–. In den Studiengebühren sind die Bereitstellung aller Unterrichtsunterlagen sowie die Prüfungsgebühren einmalig enthalten.

Ramona: Wie hoch ist der Zeitaufwand für das Studium? Ist das Studium Berufsbegleitend?

Dr. Angerer: Das Studium ist berufsbegleitend gut zu bewältigen und er besteht aus fünf Modulen, die jeweils zwei bis drei hintereinander liegende Tage über die Monate Februar bis Juni verteilt sind. Insgesamt sind es 15 Anwesenheitstage.

Ramona: Welche Fähigkeiten und Kenntnisse wird man im neuen Studiengang erlernen können?

Dr. Angerer: Ziel des Zertifikatsstudiengangs ist es, die Studierenden auf qualifizierte Tätigkeiten in der Finanzindustrie der Zukunft vorzubereiten. Insbesondere erwerben diese ein Grundverständnis über Blockchain-Anwendungen und FinTechs. Studierende können mit der Blockchain verbundene Potenziale im Unternehmen identifizieren, sind fähig, Blockchain-Projekte zu planen, und können mit Blockchain-Beratern und Anbietern entsprechender Technologien kommunizieren. Des Weiteren ermöglicht es ihnen die Teilnahme an diesem Weiterbildungsprogramm, Teil eines regionalen Netzwerks von Blockchain und FinTech-Experten zu werden und dadurch einen kontinuierlichen Erfahrungsaustausch zu sichern.

Ramona: Wieso soll man den Studiengang an der Universität Liechtenstein absolvieren? Was sind die Vorteile der Universität Liechtenstein?

Dr. Angerer: Die Universität Liechtenstein hat es verstanden, schnell die aktuellen Entwicklungen zu erkennen und sich in diesem Bereich zu positionieren. Die Universität befasst sich nicht nur im Lehrbereich mit FinTechs und Blockchain, sondern ist auch in der Forschung und auch in Praxisprojekten mit mehreren Unternehmen tätig und kann auch die lokalen Besonderheiten miteinbeziehen.

Ramona: Welche Art von Jobs bieten sich nach positivem Abschluss des neuen Studiengangs an?

Dr. Angerer: Die Blockchain Technologie wird in Zukunft in verschiedensten Industrien eingesetzt. Deshalb bietet der Abschluss nicht nur die Möglichkeit sich im Finanzsektor zu etablieren, sondern auch in der Energiebranche, Logistik, Automobilbranche oder anderen Industrien.

 

Bild: ©Dr. Martin Angerer