Das Kryptobankenunternehmen SEBA hat sich mit Julius Bär, einer führenden Schweizer Privatbank, zusammengeschlossen, um der Schweizer Blockchain-Industrie traditionelle Bankdienstleistungen anzubieten.

Es scheint, als würde der Bankensektor endlich aufwachen. Letzte Woche haben wir berichtet, dass die Initium Group in Liechtenstein und der Schweiz nach Lizenzen sucht, um Blockchain-spezifische Bankdienstleistungen anzubieten. Damit reiht sich Julius Bär, die drittgrösste Schweizer Bankengruppe, in die Reihe der Kryptoanhänger ein.

Die Bank hat eine Partnerschaft mit der Schweizer SEBA Crypto AG angekündigt, um Bankdienstleistungen für Blockchain-Unternehmen anzubieten. Die Partnerschaft wird es den Kunden von Julius Bär letztendlich ermöglichen, digitale Assets zu speichern, zu handeln und zu investieren.

Die Krypto-Bankdienstleistungen der Schweiz sind noch unterentwickelt.

Trotz der wachsenden Grösse des Crypto Valley bleibt das Blockchain-Banking in der Schweiz eine grosse Herausforderung. „Es ist wahr, dass die Schweizer Banken in Rückstand geraten sind“, sagt André Wolke, CEO und Mitbegründer des Zuger Blockchainunternehmens Validity Labs. Bernd Lapp von Swarm City ergänzt: „Es ist, als wollten die Schweizer Finanzinstitute verhindern, dass Kryptounternehmen hier gedeihen.“

Heinz Taennler, Finanzdirektor in Zug, sagte, dass die Zurückhaltung der Banken, Krypto-Währungsunternehmen Zugang zu Bankdienstleistungen zu gewähren, dazu geführt habe, dass Unternehmen nach Liechtenstein abwandern. „Alle ihre Bankbeziehungen gehen nach Liechtenstein“, sagt Taennler. „Das sind Hunderte von Arbeitsplätzen, die geschaffen wurden, und jeder Job ist wichtig.“

Daniel Haudenschild, Präsident der Crypto Valley Association, beschuldigt die Regierung, keine geeigneten Regelungen getroffen zu haben. Während Länder wie Liechtenstein mit kryptofreundlichen Regulierungen voranschreiten, hält Haudenschild die Schweiz für unzureichend.

Guido Bühler, CEO von SEBA und ehemaliger UBS-Chef, sagt, dass es selbst für sein Unternehmen, das von einer Gruppe ehemaliger hochkarätiger Bankmanager gegründet wurde, schwierig war, einen Bankpartner zu gewinnen. „Wir wissen aus erster Hand, wie herausfordernd es ist“, sagt Bühler. Wenn die Schweiz in der digitalen Wirtschaft wettbewerbsfähig bleiben will, muss sich das ändern.

SEBA plant, die gesamte Palette der traditionellen Bankdienstleistungen anzubieten

SEBA strebt danach, ein Pionier im Krypto-Banking zu sein und bietet traditionelle Bankdienstleistungen für Blockchain-Unternehmen an. Das Unternehmen wurde von erfahrenen Bankexperten gegründet und befindet sich derzeit im Vorantragsverfahren für eine Banklizenz. Die „Crypto Bank“ soll im zweiten Quartal 2019 in Betrieb gehen.

Das Unternehmen hat bereits im Oktober 2018 103 Millionen Dollar gesammelt. Als regulierte Bank mit hochkarätigen Bankpartnern wie Julius Bär könnte SEBA im Krypto-Banking einen entscheidenden Beitrag leisten.

Das Unternehmen plant, die gesamte Bandbreite an Transaction Banking und Custody-Dienstleistungen anzubieten, einschliesslich sicherer Speicherung und Investitionsschutz, Handel zwischen Krypto und traditionellen Währungen, Vermögensverwaltungsprodukte und -dienstleistungen, Management von Krypto-Währungsmarkt- und Liquiditätsrisiken, professionelle ICO-Beratung und andere Krypto-Unternehmensfinanzierungsdienstleistungen. Die Partnerschaft mit Julius Bär tritt in Kraft, sobald die SEBA ihre Banklizenz erhalten hat.

Julius Bär gehört zu den Investoren von SEBA und glaubt an das Leistungsversprechen. Peter Gerlach, Leiter der Marktabteilung von Julius Bär, sagte, dass es der Bank gelingen wird, digitale Assets in eine rechtlich funktionierende Anlageklasse zu verwandeln und Investoren zu gewinnen. Er glaubt, dass SEBA die erste Bank sein könnte, die in diesem Bereich erfolgreich ist.

Es ist an der Zeit, dass der Schweizer Bankensektor sein Spiel intensiviert. „Die Schweiz hat Anfang dieses Jahres erklärt, dass sie in fünf Jahren eine der Kryptonationen der Welt sein will“, sagt Bühler. „Aber wie kannst du diese Nation sein, wenn du diese Dienste nicht der Kryptogemeinschaft anbietest?“

 

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