Bitbond führt das erste STO in Deutschland durch. Das Ergebnis wird einen wichtigen Meilenstein für die Zukunft der STOs in Deutschland, aber auch in ganz Europa darstellen.

Bitbond mit Sitz in Berlin hat sein STO am vergangenen Montag, den 11. März, gestartet. Das erste Security Token Offering (STO) in Deutschland brachte am ersten Tag bereits 1 Mio. € ein. Der Token-Verkauf wird fortgesetzt, bis das Unternehmen das Hard Cap von 100 Mio. € erreicht hat, ansonsten endet er am 10. Mai.

Digitaler Kreditgeber begibt digitale Anleihe

Die Bitbond GmbH ist ein Krypto-Kreditgeber, der Bitcoin-Darlehen ausgibt. Ein Vertreter des Unternehmens sagte, dass das Unternehmen derzeit jeden Monat mehr als 1 Mio. € an Krediten bereitstellt.

Während dem STO emittiert Bitbond eine digitale Bindung – wie der Name schon sagt. Die Inhaber von Token erhalten vierteljährlich 1 % Zinsen auf ihr investiertes Kapital; eine feste Rendite von 4 % pro Jahr.

Zusätzlich erhalten die Käufer eine variable jährliche Coupon-Auszahlung. Die gesamte variable Auszahlung entspricht 60 % des Gewinns der Bitbond GmbH – falls vorhanden. Somit basiert der variable Coupon auf der Performance des zugrunde liegenden Kreditportfolios und kann daher variieren, sagt Bitbond.

Sowohl die festen Quartalsausschüttungen als auch die variable Jahresausschüttung werden zehn Jahre in Folge fortgesetzt. Dann läuft der Token aus und wird zu seinem Nennwert von 1 € pro Token zurückgezahlt.

Alle Zinszahlungen sowie die Rückzahlung der Token bei Fälligkeit erfolgen in Stellaren Lumen (XLM). Bitbond wird daher den Eurobetrag aufgrund der entsprechenden Menge an XLM am Tag der Zahlung umrechnen und die Gelder dann in die Stellar Wallet des Investors überweisen.

4 Runden; Soft Cap bei 3 Mio. €; Hard Cap bei 100 Mio. €

Bitbond’s STO ist die erste rechtskonforme STO in Deutschland. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat den Prospekt gebilligt, der auch der europäischen Prospektrichtlinie entspricht.

Das STO hat ein Hard Cap von 100 Mio. € und ein Soft Cap von 3 Mio. €. Investoren können entweder Bitcoin, Ether, Stellare Lumen oder Euro verwenden, um Token zu kaufen. Der Token-Verkauf hat eine weltweite Reichweite, aber die Einwohner aus den USA und Kanada sind eingeschränkt.

Bitbond gibt Token in vier Runden aus:

  • Erste Runde: Token verkaufen mit einem Rabatt von 10 % zum Preis von 0,90 € pro Token bis zum 8. April oder bis zu 3 Mio. €.
  • Zweite Runde: Token verkaufen bis zum 15. April oder bis zu 5 Mio. € mit einem Rabatt von 5 %, der bei 0,95 € pro Token liegt.
  • Dritte Runde: Token verkaufen mit einem Rabatt von 3 %, der bei 0,97 € pro Token liegt, bis zum 22. April oder bis zu 9 Millionen €.
  • Runde: Token verkaufen zum vollen Preis von 1,00 € pro Token, bis zum 10. Mai oder bis zu 100 Mio. €.

Herausgeber der Token ist die Bitbond Finance GmbH, ein Unternehmen der Bitbond GmbH. Es ist üblich, bei der Durchführung eines STOs eine eigene Gesellschaft – eine so genannte Special Purpose Vehicle (SPV) – zu gründen. Das heisst, die mit der Mittelbeschaffung verbundenen Risiken getrennt vom Kerngeschäft zu halten und alle Investoren in einer einzigen juristischen Person zusammenzufassen.

Smart Contract weist Token direkt den Stellar Wallets der Investoren zu

Die Anleihe wird auf der Stellar-Blockchain tokenisiert und direkt an den Investor ausgegeben. Smart Contracts weisen die Token dem Stellar Wallet des Anlegers zu, ohne Depotbank, Zertifikate oder Coupons und Vermittler.

Im Gegensatz zu dem, was bei traditionellen Anleiheemissionen passiert, müssen die Zeichner keine Provisionen, Prämien oder Agio zahlen. Dadurch sind die Kosten deutlich niedriger.

„Um ein bestmögliches Erlebnis zu bieten, wird Deutschlands erster Security-Token auf der Stellar-Blockchain ausgegeben“, sagt Bitbond auf der Landing Page.

„Mit einer Verarbeitungskapazität von über 1.000 Transaktionen pro Sekunde, Transaktionskosten im Bruchteil eines Cents, einer integrierten dezentralen Börse und einem globalen Netzwerk von aktiven Partnern, die die Plattform nutzen, ist Stellar eine der effizientesten Blockchains für die Zahlungsabwicklung und Tokenausstellung.“

Stellar ermöglicht den Verkauf und die Übertragung des vollständigen Eigentums an dem Token, nicht nur der Nebenrechte. Der Investor stimmt mit dem Prospekt überein, auf eine Verpfändung der Token ausserhalb der stellaren Blockchain zu verzichten. Diese Klausel ist notwendig, um einen Interessenskonflikt zwischen den technischen Möglichkeiten der Blockchain-basierten Asset-Tokenisierung und dem Zivilvertragsrecht zu vermeiden, das die Verpfändung von Wertpapieren an Dritte ermöglicht.

Ein Meilenstein für Deutschland als digitalen Finanzmarktplatz Europas

Bitbond hat einen guten Start. Das Unternehmen sammelte am ersten Tag seines STOs 1 Mio. €. Am zweiten Tag gab das Unternehmen an, dass es sich um fast 2 Mio. € handelt.

Da dies das erste Mal ist, dass ein digitales Wertpapier an Fiat-Investoren ausgegeben wird, ist es schwierig, das Ergebnis vorherzusagen. Aus Anlegersicht ist jedoch eine feste Rendite von 4 Prozent plus eine variable Verzinsung eine vielversprechende Rendite in einem Umfeld von Null und sogar negativen Zinsen.

Es wird auch interessant sein zu beobachten, wie Bitbond einen Präzedenzfall für STOs in Deutschland, aber auch europaweit schaffen kann. Das Land ist ideal positioniert, um eine Vorreiterrolle bei digitalen Assets einzunehmen. Die Frankfurter Bankeninfrastruktur ist Weltklasse, und Berlin hat sich als FinTech-Drehscheibe etabliert.

Wenn man bedenkt, dass London nach Brexit zweifellos in Rückstand geraten wird und Länder wie die Schweiz zu klein sind, um mit der europäischen Wirtschaftsmacht zu konkurrieren, könnte Deutschland den Tag nutzen und Europas führender digitaler Finanzmarktplatz werden. So könnte das Bitbond STO die erste von vielen Erfolgsgeschichten sein.

 

Bild: ©Shutterstock