Streetlife International ist eine Partnerschaft mit BlockState eingegangen, um ein STO zu starten. Der Veranstalter von Musikveranstaltungen ist eines der ersten nicht Blockchain-bezogenen Unternehmen in Europa, das Security Token ausstellt. 

Letzte Woche feierte die Blockchain-Community noch eine weitere Ankündigung, nachdem der Rapper Lil Pump anfing, Bitcoin für Merchandise zu akzeptieren: Die Streetlife International GmbH, einer der führenden unabhängigen Musik-, Lifestyle- und Event-Promoter Europas, kündigte an, dass sie ein STO einführen wird.

Das Unternehmen hat sich mit dem Schweizer Unternehmen BlockState zusammengeschlossen. Beide Unternehmen planen, das STO irgendwann in der zweiten Jahreshälfte 2019 einzuführen.

Streetlife und BlockState: Deutsche Hip-Hopper treffen auf Schweizer Tech-Nerds

Streetlife International mit Sitz in Berlin wurde 2004 als privates Promotion- und Veranstaltungsunternehmen gegründet. Es übernimmt den gesamten Ablauf der Eventplanung und ist hauptsächlich im R&B- und Hip-Hop-Bereich tätig. Heute beschäftigt das Unternehmen neun Mitarbeiter mit einem Jahresumsatz von 600.000 US-Dollar, so Owler.

BlockState ist 2018 auf den Markt gekommen und bietet eine digitale Fundraising-Plattform für die Ausgabe und Verwaltung von Privatvermögen durch Tokenisierung. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Zug, Schweiz, und hat ein Büro in Berlin.

Streetlife wird die erste STO von BlockState sein. Paul Claudius, CEO von BlockState, erklärte, wie das Unternehmen zahlreiche Kunden hat, die sich auf die Einführung von STOs in den kommenden Monaten vorbereiten, aber keinen dieser anderen STOs namentlich erwähnt hat.

Eines der ersten Nicht-Blockchain-Unternehmen, das ein STO eingeführt hat

Das Streetlife STO wird ein Aktienangebot sein. Ähnlich wie bei Aktien mit Dividenden können Inhaber von Wertpapier-Token damit rechnen, einen Teil der Einnahmen des Unternehmens zu erhalten. Die genauen Details des Angebots wurden noch nicht bestätigt.

Der spannendste Aspekt des Streetlife STOs ist, dass das Unternehmen keinerlei Bezug zur Blockchain-Industrie oder gar zum breiteren Technologiebereich hat. Während die ersten STOs in Europa fast ausschliesslich von Technologieunternehmen durchgeführt wurden, fällt Streetlife aus diesem Muster heraus, was darauf hindeutet, dass STOs als Finanzierungsinstrument in allen Branchen Mehrwert schaffen können.

Claudius sagt: „Dies ist nicht nur ein wichtiger Wendepunkt für BlockState, sondern zeigt auch die Bedeutung der Tokenisierung für den Fundraising-Markt jenseits des Krypto- und Blockchain-Ökosystems.“

Allerdings kennen wir die Agenda von Streetlife nicht. Obwohl das Unternehmen nicht mit Blockchain-Märkten verbunden ist, ist ihre Kundengruppe meist jung und technisch versiert. Daher könnte Streetlife die STO eher aus Marketing- und Markenperspektive betrachten, anstatt sie als primäres Finanzierungsinstrument zu nutzen.

Das Leistungsversprechen von STO ist besonders attraktiv für KMUs

Obwohl das Unternehmen ein führender Musikpromoter mit einem Jahresumsatz von weniger als 1 Mio. $ ist, ist es ein kleines Unternehmen. Die Tatsache, dass das Management die Finanzierung über Security-Token-Märkte betrachtet, unterstreicht das Leistungsversprechen von STO für kleine Unternehmen.

Börsengänge sind zu teuer, und Private Equity und Venture Funds verlangen oft Stimmrechte und übernehmen zumindest eine gewisse Kontrolle über das Unternehmen. Daher sind STOs eine attraktive und kostengünstige Finanzierungsalternative für KMUs.

Es ist davon auszugehen, dass STOs in den nächsten Jahren im KMU-Sektor an Popularität gewinnen werden. Und es wird auch erwartet, dass viele von ihnen in die Schweiz und nach Liechtenstein kommen werden, denn dort finden sie das nötige Know-how und die Infrastruktur. Die jüngste Einführung des Blockchain-Gesetzes in Liechtenstein wird diesen Trend zweifellos verstärken. 

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