Timekoin war ein Projekt, das darauf abzielte, eine energieeffizientere Kryptowährung zu schaffen. Die Idee war ein Mining-Prozess, der auf der Zeit basiert, die im Netzwerk verbracht wurde, anstelle von Rechenleistung.

Kryptowährungskritiker verweisen häufig auf die Umweltbilanz von Bitcoin. Erst kürzlich fanden Forscher der TU München heraus, dass die CO2-Emissionen von Bitcoin so hoch sind wie die ganzer Länder, wie Jordanien oder Sri Lanka.

Tatsächlich ist der Energieverbrauch von Bitcoin hoch, zu hoch, wie einige vielleicht behaupten. Der Hauptgrund ist die Art und Weise, wie der Mining-Prozess funktioniert. 

Bitcoin Mining hängt von der Rechenleistung ab

Wann immer ein Bitcoin-Miner eine neue Münze gewinnt, muss der Computer ein kryptographisches Rätsel lösen, das Rechenleistung erfordert. Je weiter das Netzwerk wächst, desto komplexer werden die Rätsel, und desto mehr Rechenleistung wird benötigt, um neue Währungen zu gewinnen.

Das ist auch der Grund, warum Mining-Anlagen an Orte verlagert werden, an denen Energie billig ist, wie in Nordeuropa. Aber die Verlagerung von Mining-Anlagen wird das Umweltproblem nicht lösen. 

Einer der ersten Versuche, eine energieeffizientere Kryptowährung zu schaffen, war Timekoin. Das 2011 gestartete Projekt verschwand jedoch wieder um 2014.

Mining auf einer allmählichen zeitbasierten Funktion

Wie Bitcoin war auch Timekoin dezentralisiert und jeder Knoten erhielt eine vollständige Aufzeichnung der Transaktionshistorie. Anstelle eines Proof-of-Work-Konsensmechanismus wurde jedoch die Währung innerhalb des Timekoin-Netzwerks über eine kontrollierte und schrittweise zeitbasierte Funktion geschaffen.

Der Algorithmus zur Währungsbildung lief unabhängig von der Geschäftsabwicklung. Knoten im Netzwerk erhielten Münzen, basierend auf der Zeit, die sie als Teil des Netzwerks verbringen. Die Ausgabe erfolgte in vorhersehbaren Abständen. Je länger ein Knoten online war, desto mehr Währung würde er erhalten.

Um Missbrauch zu vermeiden, wurden folgende Regeln aufgestellt:

Erstens ermöglichte das Netzwerk den Knoten, über eine Wahl Währung zu schaffen. Diese Wahlen fanden zu bestimmten Tageszeiten statt.

Zweitens musste der ausgewählte Knoten mindestens einmal alle zwei Stunden die Währung minen, sonst würde er vom Abbau ausgeschlossen.

Drittens mussten die Mining-Knoten für alle Knoten im Netzwerk internetfähig sein und durften jeweils nur eine IP-Adresse verwenden.

Timekoin ist nie abgehoben und verschwand schliesslich

Das Timekoin-Netzwerk war einer der ersten Versuche, eine energieeffizientere Version von Bitcoin zu entwickeln. Der Abbau verbrauchte nicht viel Energie, aber er war langsam.

Das Projekt verschwand um 2014. Die Website ist offline und Timekoins sind nicht für den Handel an einer digitalen Börse zugelassen.

Das Projekt sah anfangs vielversprechend aus, erhielt aber nie die Unterstützung der Gemeinschaft, die es für den Start des Projekts benötigt hätte. Ein Teil des Grundes war, dass zu dieser Zeit alle Augen auf Bitcoin gerichtet waren.

Heutzutage werden verschiedene andere Möglichkeiten diskutiert, den Energieverbrauch von Kryptowährungen zu senken: Einige befürworten eine Änderung des Konsensmechanismus und die Umstellung auf den Proof-of-Stake, der weniger Rechenleistung erfordert, aber mit Sicherheitsrisiken verbunden ist. Eine weitere Idee ist das „Sharding“, d.h. jeder Knoten speichert nur einen Teil der Blockchain, nicht die gesamte Blockchain.

…und wer weiss, vielleicht wird auch das Timekoin-Projekt irgendwann wieder aufgenommen.

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