Die Universität Liechtenstein lanciert in Zusammenarbeit mit der Bank Frick ein Blockchain-Forschungsprogramm. Teil des Programms ist ein Zertifikatskurs über Blockchain und Fintech.

In Liechtenstein stehen spannende Zeiten bevor. Das Land positioniert sich als Europas Blockchain-Frontrunner und zieht Start-ups aus ganz Europa und darüber hinaus an.

Im nächsten Jahr wird die liechtensteinische Regierung das Blockchain-Gesetz einführen, ein Gesetz, das darauf abzielt, Rechtssicherheit für Blockchain-Unternehmen zu schaffen. Die liechtensteinischen Banken und die Finanzmarktaufsicht sind bereit, mit Blockchain-Unternehmen zusammenzuarbeiten und das Wachstum der Branche zu unterstützen.

Die jüngste Ankündigung der Bank Frick, in Zusammenarbeit mit der Universität Liechtenstein ein Blockchain Research Center zu bauen, ist ein weiterer Meilenstein für das florierende Blockchain-Ökosystem in Liechtenstein.

Regelmässiger Austausch zwischen Akademikern und Blockchain-Unternehmen

Die Forschungseinrichtung wird innerhalb der Finance School auf dem Campus der Universität gebaut. Die Bank Frick wird finanzielle Mittel für eine Probezeit von fünf Jahren bereitstellen.

Das Programm umfasst partnerschaftliche Forschungsprojekte, Projekte mit Studenten und sogar einen Zertifikatskurs zu Blockchain und Fintech.

Edi Wögerer, CEO der Bank Frick, sagt: „Die Universität stellt ihre Blockchain-Expertise sowohl im finanziellen als auch im rechtlichen Bereich zur Verfügung. Die Studierenden profitieren daher von einem forschungsbasierten Ansatz und erfahren, wie die Zukunft unserer Branche durch Innovation gestaltet wird.“

Neben der finanziellen Unterstützung wird die Bank Frick durch den Austausch von Fachwissen und Daten zum Forschungszentrum beitragen. Gemeinsames Ziel des Forschungszentrums ist es, Liechtenstein als Blockchain-Drehscheibe weiterzuentwickeln, indem die akademische Stärke der Universität gefördert und ein lebendiger Austausch mit privaten Blockchain-Unternehmen etabliert wird.

Zertifikatskurs Blockchain und Fintech

Der neue Zertifikatskurs soll im Februar 2019 beginnen. Die Universität hat das Curriculum bereits entworfen. Der Schwerpunkt liegt auf realen Blockchain-Anwendungen, insbesondere in der Finanzindustrie.

Dr. Martin Angerer wird den Kurs leiten. Er ist Assistant Professor am Lehrstuhl für Finanzwirtschaft und spezialisiert auf experimentelle und quantitative Finanzwirtschaft. Dr. Angerer hat mehrere Forschungsarbeiten im Bereich Crowdfunding in führenden wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht.

Ziel des Programms ist es, den Studenten Kenntnisse über Blockchain-Technologie, Fintech im Allgemeinen und digitale Währungen zu vermitteln. Mindestvoraussetzungen für die Zulassung sind entweder Berufserfahrung in der Finanzindustrie oder ein akademischer Abschluss in Finanzen oder einem verwandten Fachgebiet.

Der Kurs ist in fünf Blöcke unterteilt:

  • Grundlagen der Blockchain-Technologie und deren Anwendungen
  • Tokenisierung von Wertanlagen und anderen Wirtschaftsbereichen
  • Neue Ansätze im Asset Management
  • Rechtliche und steuerliche Aspekte
  • FinTechs als Innovationsmotor in der Finanzwelt.

Es wird eine Studiengebühr von CHF 9’800 erhoben und der Kurs findet in deutscher Sprache statt. Lernmaterialien werden auch in englischer Sprache zur Verfügung gestellt.

Auch andere Universitäten haben begonnen, ähnliche Programme zu starten. Die Universität Basel bietet an ihrem Center for Innovative Finance einen Fintech-Fokuskurs an. Die New York University bietet einen Kurs über Blockchain-Technologie an und die University of Sao Paolo hat einen Masterkurs gestartet, der sich auf Kryptowährungen spezialisiert hat.

Die Universität Liechtenstein und die Bank Frick sind wichtige Treiber der Blockchain

Die Universität Liechtenstein leistet einen grossen Beitrag zu den Blockchain-Bemühungen des Landes. Die Universität hat bei der Ausarbeitung des Blockchain-Gesetzes eine wichtige Rolle gespielt. Führende Wissenschaftler waren auch an der Änderung der Gesetzgebung beteiligt, die dazu führte, dass Liechtenstein von der grauen Liste der Steueroasen der EU gestrichen wurde.

Dr. Volker M. Rheinberger, Präsident des Universitätsrates, sagt: „Es war richtig, sich auf diese neuen Themen im Finanzsektor zu konzentrieren“.

Auch die Beteiligung der Bank Frick ist keine Überraschung. Das Unternehmen ist offen für Blockchain-Technologie und gehört zu den wenigen Finanzinstituten in Europa, die ihren Kunden kryptowährungsbezogene Dienstleistungen anbieten.

In der liechtensteinischen Blockchain-Gemeinschaft ist viel los. Behalte unseren Blog im Auge, wir werden Updates, News und Analysen zu allen Blockchain-relevanten Veranstaltungen in Liechtenstein und Umgebung veröffentlichen.

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