VETRI ist eine dAPP, die es Benutzern ermöglicht, Forschungsdaten mit anderen Benutzern im Austausch für VLD-Token auszutauschen. Mit der tschechischen Marktforschungsagentur STEM/MARK hat das Unternehmen nun ein Pilotprojekt gestartet. Nach Fertigstellung will VETRI weitere Agenturen und Nutzer einbinden.

VETRI mit Sitz in Zürich hat ein ehrgeiziges Ziel: „Menschen auf der ganzen Welt zu bestärken, indem sie ihren digitalen Fussabdruck erfassen und an der Datenwirtschaft teilnehmen können“. VETRI wurde von der Schweizer Firma Procivis AG gebaut, die wir hier in einem weiteren Artikel behandelt haben.

VETRI ist eine gemeinnützige Peer-to-Peer-Plattform, die einen Marktplatz für Forschungsdaten mit einer eID-Verifizierungsfunktionalität anbietet. Auf dieser Plattform können Benutzer ihre Daten mit anderen teilen, während sie gleichzeitig die Kontrolle über ihre Daten behalten. Im Wesentlichen fungiert VETRI als datenschutzrechtliche Schnittstelle zwischen Datenbesitzern und Datenkonsumenten.

VETRI Wallet überprüft den Marktplatz auf Datenabgleiche

Die VETRI dApp läuft auf der Side Chain des Unternehmens im Netzwerk Ethereum. Die Benutzer laden eine VETRI-Wallet herunter und installieren diese, in der sie ihre Daten speichern können, geschützt durch einen Private Key. Niemand kann auf die Daten zugreifen, sie nutzen oder einsehen, bis der Nutzer sich entscheidet, sie zum richtigen Preis zu teilen, z.B. für Marketingzwecke oder für eine Umfrage.

Unternehmen, die Daten erfassen wollen, können „Datenaustauschanforderungen“ an Datenbesitzer senden, die auf Smart Contracts basieren. Die Anfrage enthält Informationen über die Prämie für das Angebot, die Dauer der Verfügbarkeit und gibt an, welche Daten der Erwerber kaufen möchte.

Entscheidet sich ein Datenbesitzer für die Annahme eines Angebots, kann er die angeforderten Daten an den Erwerber weitergeben. Die Daten werden gehasht und auf der Blockchain registriert und dann an einen Datenaufnahmedienst gesendet, der die Korrektheit der Daten durch Vergleich mit dem Hash bestätigt. Nach der Überprüfung wird der Smart Contract automatisch ausgeführt, d.h. der Acquirer kann die Daten nutzen und der Datenbesitzer wird mit VLD-Token belohnt, die direkt an sein Wallet gesendet werden. 

Da Datenerwerber die Daten im Wallet nicht einsehen können, durchsucht das VETRI-Wallet den VETRI-Marktplatz automatisch nach Angeboten, die zu den im Wallet enthaltenen Daten passen könnten. Anstatt also auf dem Marktplatz nach den Daten zu suchen, um festzustellen, ob ein Benutzer passt, sucht das Wallet auf dem Marktplatz nach Angeboten, die zu seinem Inhalt passen. Während dieses Prozesses werden keine der Daten veröffentlicht oder weitergegeben.

Pilot mit STEM/MARK letzter Schritt vor dem Start von VETRI

Anfang des Monats gab VETRI den Start eines Pilotprojekts mit der tschechischen Marktforschungsagentur STEM/MARK bekannt. Die Agentur integriert ihre Panelisten in die VETRI-Anwendung, wo sie Marktforschungsstudien durchführen und die Möglichkeit erhalten, diese Daten mit dem Marktforscher zu teilen.

Während des Pilotprojekts wird VETRI zwischen 2.500 und 3.000 Benutzer einbinden und die Leistung der App innerhalb von 6-7 Wochen testen, so ein Firmenvertreter. Beide Partner werden die Ergebnisse des Pilotprojekts gemeinsam bewerten. Anschliessend wird die Anwendung aus der Testumgebung herausgenommen und für die Einbindung weiterer Agenturen und Nutzer zur Verfügung gestellt. 

Letztendlich ist es das Ziel von VETRI, bis Ende 2020 eine Gesamtzahl von 100’000 aktiven Nutzern zu erreichen, was etwa einem Prozent der Schweizer Bevölkerung entspricht. Langfristig will VETRI über die Grenzen der Schweiz hinaus expandieren und einen globalen Forschungsmarktplatz schaffen, auf dem die Nutzer ihre Daten besitzen und teilen können.

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